13.08.1998

Donnerstag, 13.08.98 – Der Morgen ist ja noch toll: Schwimmen im glasklaren Wasser, Lipso an Land rudern, Frühstück im Cockpit, alles wie es sein soll. Aber was dann kommt, hätte auch Freitag, der 13. sein können. Der Wind läßt uns im Stich. Was ja nicht so ganz tragisch ist, weil wir bisher wirklich Glück ohne Ende gehabt haben. Aber was über der Insel Korcula von weitem wie eine Gewitterwolke aussieht, entpuppt sich als Rauch eines riesigen Waldbrandes. Das heißt, eigentlich brennt der komplette Westteil der Insel. Ab 16.00 h Verdunkelt sich der Himmel und wir haben Ascheregen an Bord. Ab 16.30 h müssen wir die Luken schließen, weil ich sonst unter Deck auch noch schwarz vor Asche werde. Ein paar heimatlose Nachtfalter verirren sich an Deck. Das Wasser um uns herum ist mit Asche bedeckt. Löschflugzeuge sind am Himmel, aber das sind Mücken gegen einen Elefanten. Aschermittwoch? – Ascherdonnerstag! Franz macht vorsichtshalber das Radargerät an, aber so schlecht ist die Sicht dann doch wieder nicht. Kurz vor der Stadt Korcula am Ostende der Insel hört der Ascheregen dann auf, und wir können den Anlegeschluck in der Marina ungestört genießen. Die Kulisse ist eigentlich überwältigend, die Altstadt liegt direkt vor unserem Bug auf einer kleinen Halbinsel, die Berge der großen, gegenüberliegenden Halbinsel Peljesac erheben sich dahinter auf fast 1000 m Höhe, aber die Sonne geht hinter Rauchschwaden unter, und irgendwie drückt das die Stimmung. Was Marco Polo (Soll hier geboren sein!) dazu wohl gesagt hätte?


Zurück zum Törn: Von Portorož nach Korfu - August 1998

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