31.08.1998

Montag, 31.08.98 – Böses Erwachen! Poseidon hat die Paddel aus unserem Beiboot geklaut! Die guten, schönen, stabilen und knallroten Paddel sind weg! Oder war es ein Fischer? Oder die Besatzung der Ketsch, die eine Bucht weiter ankert? Oder haben wir sie nicht gut genug aufgeräumt? Ausnahmsweise bringt der Außenborder Wolfgang, Norbert und Lipso an Land, die Paddel finden sie trotz des mitgenommenen Spürhundes zwar nicht, dafür gibt es aber ein paar schöne Fotos von mir in der anscheinend nachts nicht ganz so einsamen Bucht… Segeln: Der Nordwestwind steht immer noch, also wird der Tag herrlich! Fünf angenehm kühle Windstärken und im Schutz von Levkas und dem Festland fast kein Seegang. Wolken? Über jeder Insel eine Lentilis oder eine kleine Cumulus, das macht ungefähr drei Prozent Bedeckung…traumhaft! Trotzdem wird am Nachmittag noch mal geankert, zwei Buchten neben der Bucht mit dem Motorboot mit dem Generator, ihr wißt schon wo, oder? Der Strand lockt zu sehr! Außerdem müssen die Reste vom Nudelauflauf von gestern noch vertilgt werden! Eine Stunde später sind wir wieder auf der Kreuz in Richtung Levkas, der Wind legt zu bis auf sechs Beaufort in den Böen, aber das bringt weder die Mannschaft noch mich aus der Ruhe. Oder doch: vereinzelt ist ein „geil!“, „siebenkommaachtsiebenkommaneunachtacht!“ oder einfach „aaahhh“ zu hören! Durch den Stichkanal nach Levkada müssen wir den Golf anwerfen, die drei letzten Meilen für heute sind knifflig, das Fahrwasser ist kaum eine Schiffslänge breit und wir sind ständig auf Legerwall. Kerstin hält vorsichtshalber den Anker klar zum Fallen, die Segel bleiben klar zum Setzen und alle warten darauf, daß wir irgendwas in den Propeller kriegen, den Grund berühren oder sonstwas. Passiert aber alles nicht. Vorsicht ist gute Seemannschaft, sage ich ja immer zu Wolfgang, und so legen wir um 19.30 h wieder sicher am Autoskooter in Levkada an. Dreißig tolle Meilen heute, fast alles unter Segel, fast nie unter sechs Knoten, fast wäre beim Anlegeschluck Trauerstimmung ausgebrochen, weil der Tag zu Ende ist! (Bis auf den abendlichen Bummel natürlich, aber von dem kann ich erst morgen berichten…)


Zurück zum Törn: Von Korfu nach Korfu - August 1998

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