20.10.1999

Mittwoch, 20.10.99 – Zwischen den Kanarischen Inseln gibt es sogenannte „Wind-acceleration-zones”, Seegebiete, in denen der Wind üblicherweise wegen des Düseneffektes zwischen zwei Inseln oder wegen des Kapeffektes an einer Luvküste besonders stark weht.
Die berühmteste Ecke ist der Kanal zwischen Teneriffe und Gran Kanaria, bei einer Vorhersage von fünf Beaufort weht es hier meist mit sieben, meist aus Nordost, das wäre prima für uns! Schließlich wollen wir in den Süden!
Wäre… ausnahmsweise bläst der Passat nämlich gar überhaupt nicht, was wir haben ist eine sog. Flaute von vorne. Aus der Not lässt sich aber hier an Bord immer prima eine Tugend machen, wir motoren nicht bis nach Los Christianos, sondern machen schon nach 10 Meilen
in Candelaria wieder den Motor aus.
Der kleine Hafen kann nur bei ruhigem Wetter angelaufen werden, und das haben wir ja nun! Wolfgang kann es kaum glauben, dass es auf den Kanaren noch ganz normale, kleine Fischerhäfen gibt: keine monströsen Hotelbauten weit und breit, nur eine Wallfahrtskirche mit der Schutzheiligen der Inseln und den dazugehörigen Kitsch- und Devotionalienläden, und eine Begrüßung mit Kußhändchen für den Skipper.
Dachte der wenigstens. Aber die überschwenglich agierende Dame auf der Mole meinte dann doch nicht den zweit- sondern den allerschönsten Dauermitsegler.
Ihr wisst schon, der mit den vier Beinen…


Zurück zum Törn: Von Kanaren nach Kanaren - Oktober 1999

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