08.12.1999

08.12.1999

Mittwoch, 08.12.99 – 15°42’N, 45°29’W
Das Wort „schaurig“ leitet sich vom Wort „Schauer“ ab, ganz exakt von „tropischer, nächtlicher Regenschauer“.
Ehrlich! Das weiss jeder, der sowas mal mitgemacht hat: Da, wo gerade noch Sterne waren, ist es plötzlich schwarz. Und zwar schwarz in der Definition „jegliches Fehlen von Licht“. Die Zeit bis zum Einsetzen des „squalls“ reicht gerade, um die Segel zu reffen, besser: ganz zu bergen.
Mit gleichzeitigem Einsetzen von Regen (ca. 1000 Liter pro Quadratmillimeter pro Zehntelsekunde) und Wind (Veränderung der Schräglage von 0° auf 89,9°) vermindert sich die Sicht auf 0,5 cm (Das ist der Abstand vom Augapfel bis zu Dieters Brillengläsern).
Ausserdem reduziert sich die Tragweite der Positionsleuchte im Masttop von 4 Meilen auf 15 Meter, diese Grenze ist nämlich das einzige, was man überhaupt erkennen kann: ein roter Bogen an Bb, ein grüner an Stb, ein weisser ums Heck. Ansonsten sieht man Wasser. Ungefähr so wie in einer Frontladerwaschmaschine beim Schwarzfärben von einem Paar Jeans im Schleudergang. Nur, daß der Kopf mit in der Waschmaschine steckt. Gottseidank ist der Spuk meistens nach einer kleinen Ewigkeit wieder vorbei, und was man tagsüber m einem leichten tropischen Schauer machen kann, das sieht man auf dem Bild!


Zurück zum Törn: Von Kanaren nach St.Lucia - November 1999

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