14.12.1999

Dienstag, 14.12.99 – Der Passat bläst, im Logbuch sind nur die Wachwechsel eingetragen, eine gemeinsame Entscheidung wird gefällt: Wollen wir langsam segeln und am Donnerstag morgens ankommen, oder lassen wir es ein wenig krachen und peilen den Mittwoch Abend an?
Die Antwort: Schnell! Also wird „Gustav“ demontiert, weil ich mit Gefühl und von Hand gesteuert etwas besser laufe, besonders, wenn so viel Seegang wie im Moment ist. Das Ergebnis: Etmale von 165 und 171 (!) Meilen!
Und um das etwas zu verdeutlichen, muss ich euch die Passatnächte schildern: „Es rauscht.“ Der überwältigendste Sinneseindruck ist bei Nacht wirklich das Rauschen.
Von hinten hört man den nächsten Brecher ankommen, der feste Stand wird nochmal überprüft, die zweite Hand muss ans Steuerrad, dann hebt die Welle langsam mein Heck an, der Rudergänger fällt etwas ab (steuert etwas nach Lee), ein paar Tropfen Gischt werden über den Heckkorb gepustet und dann rausche ich: nämlich mit 9,5 Knoten im vollen Surf die Welle runter. Jetzt ist meine Bugwelle lauter als der eigentliche Brecher, erst wenn der Surf zu Ende ist und meine Geschwindigkeit wieder unter die Rumpfgeschwindigkeit sinkt, dann übernimmt der Atlantik das Rauschen wieder.
Und wir warten auf die nächste hohe Welle…. damit das Spiel von vorne los geht!
Krönender Abschluss einer wundervollen Reise


Zurück zum Törn: Von Kanaren nach St.Lucia - November 1999

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