05.03.2000

Sonntag, 05.03.00 – Ich weiß, dass es jetzt vielleicht den ein oder anderen nervt. Aber wir segeln wieder den ganzen Tag lang unter Blister.
Kein Seegang, nur Wind.
Frischen Fisch gibt es auch, ein Cero beißt auf eine Haken mit einem Stückchen Plastiktüte dran, dumm, aber lecker! Am Nachmittag eine knifflige Hafeneinfahrt zwischen ein paar Riffs und einsamen Inselchen, dann durch den Ausflugs- und Motorbootverkehr im Mangroven-Wirr-Warr vor La Parguera, und dann verholt sich die Mannschaft mit dem Beiboot an Land und geht fremd: Die Jungs fahren nämlich mit einem anderen Boot!
Und zwar mit einem Ausflugsboot in die phosphorisierende Bucht drei Meilen östlich von La Parguera.
Das muss ich jetzt erst mal erklären: Vor La Parguera (im westlichen Drittel der Südküste von Puerto Rico) liegen Dutzende winziger, mangrovenbestandener Inselchen. Außerdem wird die ganze Bucht durch zwei Riffreihen vor dem Seegang geschützt, daher kennt die eigentliche Küstenlinie keinen Seegang, ich liege hier in einem echten Hurricane-hole vor Anker.
In einer der allergeschütztesten Buchten (Seegang 0,000 an 366 Tagen im Jahr) kann deshalb eine besondere Planktonart besonders gut gedeihen: kleine Geißeltierchen, die leuchten, wenn man sie ärgert. Und weil die Bucht Naturschutzgebiet ist, fährt man da eben durch die Mangroven hindurch mit einem Ausflugsboot. Dort angekommen hüpft ein junger Hüpfer in die Bucht und schon geht das Licht an!
(Die Segler unter den Logbuchlesern kennen leuchtendes Plankton natürlich von fast allen Nachtfahrten, in dieser Bucht ist aber eine sehr schön scheinende Sorte beheimatet: Die einzelnen Leuchtpunkte sind sehr klein, aber sehr zahlreich, dadurch entsteht tatsächlich der Eindruck, dass nicht irgendetwas im Wasser, sondern das Wasser selbst strahlt. Faszinierend!)


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