15.08.2000

15.08.2000

Dienstag, 15.08.00 – Morgens regnet es immer noch, aber am Nachmittag soll es aufklaren.
Zur Feier dieser Voraussage wird groß eingekauft: Torte für den Nachmittagskaffe und lebender Hummer zum Abendbrot!
Ab 13.00 h ist es trocken, also gleitet meine Backbordhälfte in Maine und meine Steuerbordhälfte in New Hampshire durch die Fahrrinne: Mitten auf der Staatsgrenze stecke ich meine Nase wieder in den offenen Atlantik. Obwohl, ganz offen ist er nicht, ein paar Meilen vor der Küste liegen nämlich die Isles of Shoals, und nach zwei Stunden auf halbem Wind liege ich mal wieder an einer dieser praktischen Muringbojen.
Rudi schneidet den Kuchen an, Wolfgang und Matthias machen das Beiboot klar, und dann geht es mal wieder auf Erkundungstour. Heute ganz religiös: am Anlegesteg sitzt nämlich eine junge Dame, die Betriebsanleitungen für die Inseln verteilt.
Festes Schuhwerk tragen!
Kinder beaufsichtigen!
Nicht ans Wasser gehen!
Kein Alkohol! Rauchen nur auf der Veranda des Kongressszentrums!
Das Leben der Tierwelt und der religiösen Gemeinde nicht stören! …äähh??!!
Wolfgang deckt sich an der Rezeption des Zentrums mit religiösen Schriften ein, um dem Geheimnis dieser Sekte auf die Spur zu kommen. Aber wirklich erleuchtet wird er erst, als er hinter einem der Wohnbungalows eine Gruppe Männer sieht, die gemütlich ein paar Dosen Bier trinken. Ist wohl doch einfach ein ganz normales Erholungsheim…
Obwohl – nach dem grandiosen Hummeressen zurück an Bord kommen noch einmal Zweifel auf: Schrille Schreie zerteilen die Nacht – und danach hört man dumpfe Rhythmen über das Wasser schallen …
Initiationsriten?!
Teufelsaustreibungen?!
Oder…. doch nur eine Nachtwanderung (mit „Geistern“) für die Kinder und anschließend Squaredance für die Erwachsenen!


Zurück zum Törn: Von Boston nach Boston - August 2000

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