31.03.2001

Samstag, 31.03.01 – Die letzten Vorbereitungen. WolfgangG und Sabine machen mit den Schweizern von der „Muskat“ noch einen Dschungelausflug, ich werde nochmal vollgebunkert und aufgeräumt.
Zeit, euch mal die Schwierigkeiten beim Schleusen zu erklären: Von Colon aus geht es drei Schleusen direkt hintereinander hinauf auf 26 Meter über den Atlantik.
Jede Schleuse ist ungefähr 305 m lang, 33,5 m breit und bis zu 26 m tief.
Yachten werden im Zweier- oder Dreierpäckchen hinter einem Frachter hochgeschleust, wenn man Pech hat, dann hinter einem Riesen.
Das war gestern so, das Schraubenwasser hat den Kiel der 13 m langen und 14 Tonnen schweren „Nomzame“ beim Losfahren so zur Seite gedrückt, das die Schräglage wie auf Am-Wind-Kurs war. Beim Päckchennachbarn ist dann prompt eine Lippklampe gebrochen, die Landleinen waren extrem belastet, wegen der Bruchgefahr musste auf beiden Yachten das Vorschiff geräumt werden, das Schleusenkammerrestchen, in dem die Yachten schwammen, war ein einziger Hexenkessel…
Die drei „Bergab-Schleusen“ auf der anderen Seite werden die Yachten dann vor einem Frachter geschleust, das geht etwas besser, nur die letzte Schleuse ist ein Problem, weil durch das Vermischen von Süß- und Salzwasser eine kräftige Strömung (fünf Knoten) in der Kammer entsteht. Durch den von hinten nachdrängenden Frachter haben die Yachten keine Zeit, ein langsames und sicheres Manöver zu fahren, sondern müssen zügig nach vorne in die Kammer, dort dann trotz der fünf Knoten Schiebestrom (Gegenstrom wäre ja ausnahmsweise eher gut!) irgendwie sofort anhalten und die 30-m-Leinen genau passend belegen. Die nächste Bremse wäre das Schleusentor…
Meine Mannschaft übt bis spät in die Nacht Palsteks und Belegen einer Klampe…


Zurück zum Törn: Von Panama nach Panama - März 2001

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