06.04.2001

Freitag, 06.04.01 – Der Gezeitenstrom bremst mich mit einem Knoten, damit es trotzdem zügig weiter nach Süden geht, setzt die Mannschaft den Blister. Da dauert es dann doch nur etwas über sechs Stunden für die 42 Meilen bis zur Isla San José.
Hier haben sich vor 18 Jahren Gerda und Dieter in einer selbstgebastelten Dschungelhütte niedergelassen. Ihre Yacht ist im Laufe der Jahre zerfallen, aber die Schafe und Ziegen und Wolfi, der Wachhund, und das Obst und Gemüse und die Kokospalmen gedeihen prima.
Gerda war immerhin auch schon einmal in den 18 Jahren in Panama City, weil sie was auf dem Konsulat erledigen mußte, sonst fährt Dieter immer, und Gerda hütet weiter, zur Not auch mal mit gebrochenem Arm, der jetzt halt ein bißchen schief ist…
In die ehemals perfekte Einsamkeit der paradiesischen Bucht hat man vor einem Jahr zusätzlich zu Gerda und Dieters Hütte ein riesiges Hotel gebaut.
Wwolfgang hilft ein wenig bei der Pampelmusenernte und erfährt dabei, dass Dieter gerade seinen Rausch ausschläft. Was durchaus keine seltene Beschäftigung zu sein scheint, aber wer will ihm das verdenken, „Robinsons Garden“ ist eben auch nur ein Paradies auf Zeit, und das beste Obst der ganzen Gegend gibt es weiterhin nur hier und direkt vom Strauch, und Gerda ist trotzdem glücklich, immerhin hat das verstoßene Zicklein überlebt, und ist das jetzt alles traurig oder toll, gelebter Traum oder gescheiterter Traum???


Zurück zum Törn: Von Panama nach Panama - März 2001

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