02.09.2002

02.09.2002

Montag, 02.09.02 – Die Lamen Bay ist aus mehreren Gründen bei den Seglern beliebt: Vor allem liegt sie natürlich recht geschützt, obwohl zur Zeit ein wenig Dünung um die Ecke hereinrollt, denn der Wind ist außergewöhnlich stark. Aber zusätzlich gibt es hier zwei nette Dörfer mit unheimlich netten Menschen: im unteren Dorf gibt es eine Grundschule im Dschungel (s. Bild vom Klassenzimmer, da sitzen lernende Kinder und eine ordentliche Lehrerin drin, kein Witz!) und ein Realgymnasium am Strand, außerdem ein kleines Touristenresort mit 15 Betten in palmwedelgedeckten Hütten. Im oberen Dorf, das mit einer halben auf dem Heimweg befindlichen, schwätzenden und stolzen Schulklasse als Begleitschutz erreicht wird, bereiten die Frauen gerade LapLap zu, das ist ein Erdofengericht aus verschiedenen Wurzelgemüsen mit Kokosmilch. Peter und Wolfgang schauen zu und genießen außerdem einen interessanten Dorfrundgang mit allen Informationen über die Gemeinde, die Sitten, die Kirche, das Versammlungshaus (Nakamal), die Gärten und und und. Am Donnerstag wird die neue große Schlitztrommel des Dorfes eingeweiht und gleichzeitig wird noch ein Häuptling befördert, dazu wird nach alter Sitte („Kastom“ vom engl. „custom“ – Brauch, Sitte) getanzt – und schon jetzt ist das ganze Dorf voller Aufregung und voller Vorbereitungen. Als Gegenleistung in diesem Kulturaustausch zeigt Wolfgang den Dorfkindern, wie man auf einem Grashalm pfeift.
Die Hauptattraktion der Lamen Bay ist aber das Dugong! Das ist eine im Westpazifik heimische Seekuhart, und ein Exemplar kommt jeden Tag zum Grasen hier in die Bucht und lässt sich dabei beobachten und sogar streicheln! Man muss nur genau hinschauen, wo es gerade auftaucht, mit etwas Glück erwischt man es! Wolfgang hat zwar gut geschaut, aber kein Glück, denn bis er da ist, wo das Dugong war, da ist es weg… immerhin können mein Skipper und ich aber jetzt behaupten, wir seien in der gleichen Bucht geschwommen, wie das berühmte Dugong von Epi Island!
(Beim Abendessen im kleinen „Restaurant“ schwärmen die anderen Gäste von ihren Begegnungen mit dem sanften Riesen, aber Wolfgang ist nicht neidisch. Fast nicht. Überhaupt gar nicht…)


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