14.10.2003

Dienstag, 14.10.03 – Kurz nach Sonnenaufgang kommt die Einfahrt in die Lingga-Gruppe in Sicht, erst einmal zwischen den Inseln wird der Kurs von West auf Nordwest geändert und wir überqueren DIE LINIE schon wieder! Diesmal auf 104°42,2′ östlicher Länge, zwei Meilen weiter nördlich bilden Pulau Sebankgka und Pulau Senayang einen schönen Naturhafen, vor der Ortschaft Senayang fällt denn auch mein Anker auf 15 m Wassertiefe.
Die Menschen in Senayang leben hauptsächlich von der Fischzucht, die Hälfte des Dorfes ist auf Stelzen ins Fahrwasser hinein gebaut, um die Wohnhäuser herum sind mit Schwimmstegen Fischzuchtbecken aufgebaut, das ganze ist sehr amphibisch! Melle und Wolfgang bummeln auf der Suche nach einem Mittagsmahl die „Hauptstraße“ hinunter und werden gleich für den Nachmittag zum Volleyball spielen eingeladen! Das ist lustig! Die einheimischen Jungs spielen wirklich prima, mit System und einem Steller, alle durchtrainiert und drahtig, und prompt sind die Mannschaften so ausgeglichen, dass das Spiel über volle fünf Sätze geht. Melle macht das nicht so viel aus, aber mein Skipper keucht ganz schön, muss sich das aber verkneifen, denn schließlich schaut ob der seltenen Gelegenheit (Touristenattraktion ist ja weiterhin immer dann, wenn die Touristen die Attraktion sind!) das halbe Dorf zu…
Am Abend verholt sich die ganz Clique auf den Fähranleger, mit ein paar Flaschen Wasser (Alkohol gibt es auf der Insel nicht) und ein paar Tüten Erdnüssen sowie allen auf der Insel und an Bord befindlichen Gitarren wird ein kleines Fest im Mondschein veranstaltet. Danach steht ein Besuch beim Englischlehrer auf dem Programm, damit das mit der Unterhaltung und den dringendsten Fragen ein wenig besser klappt. Reis mit Fisch wird irgendwoher organisiert, Tee ist schnell gekocht, der Herr Lehrer kann natürlich auch Gitarre spielen, ein paar weitere Familienmitglieder trudeln auf der mit den Volleyballern schon ganz gut gefüllten Veranda ein, es ist herrlich. Keine Autos auf Senayang, kein Fernseher – oder Radiogeplärre, aber Schüler, die abends ihren Lehrer besuchen gehen.


Zurück zum Törn: Von Bali nach Singapur - September 2003

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