16.03.2004

Dienstag, 16.03.04 – Mit dem ersten Tageslicht liegt die Aden-Halbinsel mit dem charakteristischen „Elephant Back“ an Steuerbord querab. Neben der schweizerischen „Batida“ mit Giselle und Walter fällt dann kurze Zeit später mein Anker, und Walter spielt Chauffeur für meine Crew, die für den kurzen Stopp in Aden das eigene Beiboot nicht extra aufpumpen will. Und einen Steg für Yachten gibt es nicht. Die Zollformalitäten sind schnell und unbürokratisch erledigt, was auch daran liegt, dass das Land so arm ist, dass es nicht einmal vernünftige Formulare gibt, und dafür hat normalerweise ja noch der pleiteste Inselkönig Geld! Dieter muss ein Passbild machen lassen, das ist mal was Neues!
Beim Einkaufsbummel auf dem Markt findet Wolfgang dann alles, was an Obst und Gemüse ausgegangen ist, auch frisches Brot gibt es. Die Menschen sind unheimlich hilfsbereit, beim Mittagessen in einer kleinen Garküche gesellt sich immer irgendwer zu den beiden Bleichgesichtern, das macht Spass! Und, kaum zu glauben, ein Internetcafé und gute Telefonleitungen gibt es dann doch, dieses Logbuch liest sich lustig, weil alle deutschen Sonderzeichen (ä,ö,ü…) auf den arabischen Computern anders belegt sind! Lauter komische Kringel!!!
Weitere Eindrücke vom Stadtbummel: Die Autos, besonders die Taxen, sind die größte Ansammlung mobilen Schrotts, die man sich vorstellen kann. In der Mittagspause liegen die Männer auf der Straße herum und kauen mit dicken Backen leicht berauschende Kat-Blätter. Die erwachsenen Beduinen aus dem Norden tragen stolz ihren Krummdolch, und noch stolzer ihre Automatikpistolen im Gürtel. Als erwachsen gilt man offensichtlich mit dem ersten Bartflaum, halbe Kinder mit großkalibrigen Waffen hantieren zu sehen, ist dann doch recht ungewohnt. Die Frauen gehen alle (bis auf die Bordsteinschwalben im sog. Yachtclub, wobei die es nötig hätten… ) verschleiert. Und man raucht am Nachmittag gesellig und gemütlich eine Wasserpfeife, Wolfgang wird rückfällig und raucht ein paar Züge mit!
Auf der „Batida“ klingt der anstrengende Tag dann geruhsam aus, Lisa und Bill von der „Apollo“ erzählen noch ein Weilchen von ihrem Landausflug und dann fallen meine Beiden müde in die Kojen und können nach 1880 Meilen und 16 Tagen auf See endlich mal eine ganze Nacht durchschlafen.


Zurück zum Törn: Von Male nach Hurghada

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