08.07.2004

Donnerstag, 08.07.04 – Gut, gestern war viel Wind. Aber heute ist ganz viel Wind!!! Zwar erst am Nachmittag, als wir die Hälfte der Strecke bis Bodrum schon hinter uns haben, dann aber um so heftiger! In der Meerenge zwischen der griechischen Insel Kos und dem türkischen Festland wird der Meltemi durch den Düseneffekt auf acht, in Spitzen neun Beaufort verstärkt. Trotz der beiden Reffs im Großsegel und trotz der kleinen Starkwindfock liege ich in den Böen bis über die Fußreling auf der Backe! Bernd dauergrinst und gibt das Ruder nicht mehr aus der Hand. Obwohl wir nach Luv, also in Windrichtung, nur ein paar Dutzend Meilen Seeraum haben, hat sich schnell eine kurze, kabbelige Welle aufgebaut, und wenn ein Querläufer vor meinen Bug splatattert, dann fliegt die Gischt bis auf die Höhe der ersten Saling! Und weil sie von dort oben weit nach Lee weg geweht wird, bleibt meine Crew achtern im Cockpit ziemlich trocken. Und der Unterschied zwischen „ziemlich trocken“ und „ganz trocken“, dass ist nunmal der Unterschied zwischen einem „Salty Dog“ und einer elenden Landratte!! Segeln ist ja schließlich ein Wassersport!
In den klimatisierten Duschräumen der Bodrum-Marina wird die maritime Kruste dann aber doch abgespült und meine Mannschaft verbringt den Abend im quirligen Viertel am und um den Hafen dieser schönen Stadt.


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