10.04.2005

Sonntag, 10.04.05 – Der Liegeplatz in der alten Militäranlage hat einen großen Nachteil: Vor lauter Windschutz merkt man nicht, wie stark der Wind wirklich ist. Die Vorhersage meldet Sturmwarnung bis 55 Knoten, aber meine Mannschaft beschließt, die Nasen mal in die Brise zu stecken. Und wir segeln deshalb tatsächlich ganze sechs Meilen weit. Dann hat mich die stürmische Bora zweimal fast platt auf das Wasser gedrückt, obwohl ich nur mit kleiner Fock und zwei Reffs im Großsegel „bekleidet” bin. Die Mannschaft steckt komplett in Ölzeug, Rettungswesten und Lifeleinen, das volle Programm. Sturmtraining, aber an die Überquerung der Kvarner Bucht ist bei dem Wetter überhaupt nicht zu denken, zumal die Bora noch sehr aus dem Osten bläst. Gesucht wird der sicherste Liegeplatz in der Umgebung, und das ist in der Marina Veruda. Dort reicht die Schräglage
in den Böen auch vor Achterleinen und Muringleine noch, um die Gläser auf dem Tisch rutschen zu lassen…Postkarten schreiben, prima kochen (Thai-Risotto aus Wildreis!), noch ein Kapitel aus dem „Blaubären” vorlesen (das Kapitel mit den Klabautergeistern passt prima zu den Sturmgeräuschen in meinem Rigg!) – und abwarten.


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