22.04.2005

Freitag, 22.04.05 – Das Übliche: Wecken bei Sonnenaufgang, Anker auf (was etwas länger
dauert, weil bei der Neuverkabelung meines Motors die Ankerwinsch falsch
angeschlossen wurde, kleine Panne am Rande…), Kurs Süd-Süd-Ost. Und was
niemand mehr zu hoffen gewagt hatte tritt ein: Der Wind dreht auf West,
da, wo er hingehört! Die letzten Wolken lösen sich auf, herrliches
Segeln bis nach Levkada. Da wird die Fähre, die den Kanal zwischen
Levkas und dem Festland überbrückt, nur zur vollen Stunde beiseite
gedreht, weshalb hier das Regattafieber ausbricht: Schaffen wir den
17.00 h-Termin – oder schaffen wir ihn nicht?!
Bevor ich das Ergebnis verrate, muss ich euch das mit der Drehfähre
erklären, über die die Autos Levkas erreichen. Diese Fähre reicht genau
vom einen Ufer des Kanals bis zum anderen, so dass die Autos einfach auf
der einen Seite hinauf – und auf der anderen wieder hinunter fahren.
Jeweils zu vollen Stunde wird die Fähre dann an einem dicken Poller zur Seite geschwenkt und die Yachten und Fischerboote passieren den Kanal. Die Fähre ist also eigentlich eine schwimmende Drehbrücke. Das darf man
aber nicht laut sagen, weil Levkas sonst nach griechischem Recht den Status als Insel verliert – und damit eine Menge Steuervorteile und Fördergelder! Hoffnung auf eine elegantere Lösung besteht also sicher nicht, und irgendwie ist dieses Unikum ja auch ganz lustig… Ach ja, 17.00 h schaffen wir natürlich locker, sogar noch fünf Minuten vorher, mit ein bisschen Panik-Adrenalin fluppen die Manöver wie geschmiert!
In Levkada lockt die große neue Marina nicht wirklich, ich bekomme nur frischen Diesel in den Tank und weiter geht die schnelle und bequeme Reise. An der Südseite von Levkas liegt Syvota, ein kleiner Ort mit netten Kneipen. Die Wirtin vom Kafenion versucht mir einen Längsseitsliegeplatz vor ihrem Café zuzuweisen, aber die Tiefe reicht nicht. So fällt der Anker mitten in der Bucht, und zum Ufer wird gepaddelt.


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