04.10.2006

Mittwoch, 04.10.06 – Der Ableger verzögert sich ein bisschen, weil sich Wolfgang auf der Suche nach einem Schweißer für eine gestern abend als gebrochen entdeckte Lichtmaschinenhalterung im Industriehafen verläuft. Das eigentliche Schweißen dauert zehn Minuten, aber die Odyssee durch die Containerwände nimmt knapp drei Stunden in Anspruch: Hin mit dem Taxi war ja noch einfach, aber dann, zur Rückfahrt ist in der Taxi-Zentrale immer belegt. Wolfgang beschließt zu laufen und steht nach vier Kreisverkehren auf der Autobahn. Vier Kreisel zurück wird er von der Hafenpolizei auf das Zu-Fuß-geh-Verbot unter Containerkränen aufmerksam gemacht und in ein nahes Hafenarbeitercafé verbannt. Irgendwann klappt es mit dem Taxi doch, der Wiedereinbau der Halterung ist Sache von drei Minuten, Leinen los und raus! (Die eigentliche Panne dieses Törns ist übrigens, dass ein noch vom Abspülen feuchter Vakuumdeckel die Zuckervorratsdose leicht geflutet hat. Der Versuch einer nicht näher erwähnt zu werden wollenden Person, den Zucker ähnlich wie man das ja mit Salz macht, mittels Reis zu trocknen, schlägt fehlt, führt aber dazu, dass von nun an Tee und Kaffee mit „Einlage” genossen werden… )
Die Wettervorhersage hat sich in der Windstärke um gute 15 Knoten geirrt, kräftige Böen sorgen für einen raschen Vorsegelwechsel von Normalfock auf kleine Kreuzfock. Damit macht der Wind aber großen Spaß, denn er hat auf Nordwest gedreht, bläst damit ablandig und baut keine Welle auf! Unterwegs gibt es Sashimi (rohes, zartes Filet) an zwei Dips von einem gerade gefangenen Tunfisch, das gibt Kraft für die kniffelige, böige Rauschefahrt bis vor die Hafeneinfahrt von Torrevieja. Der München-spanische Marina-Rezeptionist funkt gleich auf deutsch mit meinem Skipper, der immer glaubte, halbwegs akzentfrei englisch zu sprechen, ist ja peinlich!
Claus und Wolfgang kaufen später in einem arabischen Laden Obst, Gemüse und eineinhalb frische Hähnchen, Britta hat schon Zwetschgen im Speckmantel als Vorspeise serviert, Klaus zaubert aus den Hühnern eine Schmorpfanne, dazu Bohnen und Kartoffeln, danach frische Datteln, Schlemmen pur…


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