
Dienstag, 14.09.10 Erst Landgang und dann Schnorcheln? Das passt besser mit der Gezeit, denn mit der Ebbe am Nachmittag kommt man natürlich etwas näher an die Korallenstöcke. Also erst an Land: Da stehen blühende Baobabs, Frangipanis, Bougainvillas, Schirmakazien, Yukkas und Pandanus wie im Botanischen Garten. Dazu ein Adler im Geäst eines Baumriesen. Am Strand tummeln sich Einsiedlerkrebse, ausnahmsweise gewinnt Wolfgang das traditionelle Rennen.. Ein kleines Fleckchen Paradies. Nicht weitersagen!
Um über Nacht etwas ruhiger zu liegen darf ich doch noch kurz quer über die Bucht. Am endlosen Sandstrand stehen ein paar Hütten und ein etwas größeres Haus, wie so oft gehört es einem Vazaha, einem Weißen, der mit einer Einheimischen liiert ist. Meistens ist das für die ganze Familie ein Gewinn, denn selbst ein Durchschnittsverdiener aus Europa ist hier natürlich ein verhältnismäßig reicher Mann, der zumindest Teilversorger der Familie seiner Frau ist. Die Dorfälteste erklärt jedenfalls, dass das „Große Haus“ ebenfalls zum Dorf, also zu Familie gehört. Der Vazaha ist aber gerade nicht daheim, also findet einfach nur Normalafrika statt: Die Kinder spielen im Sand, die Erwachsenen bereiten das Abendessen vor und fünf neugierige Segler machen Fotos davon. Und von den Flughunden im Sonnenuntergang.
Zurück zum Törn: Madagaskar im Sep. 2010
