Freitag, 19.04.2019

Freitag, 19.04.2019 Die schlechte Nachricht zuerst: Der Seegang ist doch wesentlich ekeliger als erwartet, weil der Golfstrom mit vier Knoten nach Osten schiebt, wo aber der Wind herkommt. Und die Schauerböen sind wie immer überflüssig, da die Flüssigkeit überall reinrinnt. In Skippers Kragen, zum Beispiel. Nun die guten Nachrichten: Da ja der Golfstrom so wunderbar schiebt, reicht die kleine Fock völlig, um mich bei sechs, sieben Windstärken stabil auf Kurs zu halten. Eigentlich also gemütliches Segeln. Der Fracht- und Kreuzfahrtverkehr ist längst hinter mir, freies Wasser bis Florida. Alex und Jakob wollen zwar eigentlich geweckt werden, aber Wolfgang lässt beide schlafen, im Cockpit ist eh nichts zu tun. Es reicht, wenn der Skipper nass wird. Was für ein Rumgehopse durch den Seegang! Aber immer beständige vier Knoten durchs Wasser und sieben über Grund. So liegt Florida im Sonnenaufgang an Backbord voraus, und einmal aus der Strömung raus ist auch der Seegang sofort wieder angenehm. In Marathon bekomme ich einen schönen Liegeplatz in der Marina. Und die Altherrencrew von der „Caché“ adoptiert meine Crew sofort: „Ihr kommt wirklich gerade aus Kuba? Das Schiff ist wirklich über den Atlantik gesegelt? Ihr wollt wirklich bis Nordflorida?“ Die Kennenlernparty muss aber auf den Abend verschoben werden, denn vorher muss meine Mannschaft ja erst einmal einklarieren und bunkern! Zum Einklarieren bin ich schon telefonisch und elektronisch vorangemeldet, alle Daten sind also schon bei den Behörden. An dieser Stelle trotzdem vielen Dank an den Immigration Officer am Flughafen, der das alles super effektiv und freundlich regelt! Da steht der Party auf der „Caché“ ja dann nichts mehr im Wege. Die Jungs wollen morgen weiter auf die Bahamas, da passt es bestens, dass mitten in der Feier die Front durchrauscht und der Wind auf West dreht. Das ist auch für uns super!


Zurück zum Törn: Von Havanna nach St. Augustine, Florida - April 2019

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