Von Bahamas nach Bahamas – Dezember 2000

21.12.2000

Donnerstag, 21. Dezember 2000

Donnerstag, 21.12.00 – Nach der gründlichen Schiffs- und Sicherheitseinweisung durch Wolfgang, nimmt dieser Abschied von mir und der Crew, und ich für die nächsten Tage von Nassau.
Die neue Crew möchte mich kennenlernen, setzt die Segel und wir umrunden Paradise Island um nach 10 sm vor Salt Cay den Anker zu werfen. Auf dem Weg dahin hätte ein Wasserflugzeug beim Starten aus mir fast ein Motorboot gemacht. In letzter Sekunde entschloß sich der Pilot dann aber doch, einen für uns beide sicheren Abstand von gut 5 Metern einzuhalten.

22.12.2000

Freitag, 22. Dezember 2000

Freitag, 22.12.00 – Für die nächsten Tage geht’s in die Exumas, das heißt für mich tagelanges Segeln über türkis-grünem Wasser, kaum tiefer als 5 Meter. Anker auf, Segel gesetzt, die ersten Delphine und nach 38 traumhaften Seemeilen fällt der Anker zwischen paradiesischen Inseln um der Crew das wohlverdiente Bad bei dieser Kulisse zu gönnen.

23.12.2000

Samstag, 23. Dezember 2000

Samstag, 23.12.00 – Frühes Aufstehen, da heute ein langer Schlag anliegt. Apropos Schlag, den hat wohl auch die Möwe abbekommen, welche morgens neben Det im Cockpit saß.
„It’s better in the Bahamas”, lautet das Motto hier, aber bei dem Wetter?
Eine Kaltfront jagt die nächste, Wolken, nix als Wolken, wie soll die Crew da die neu erlernte Astronavigation ausprobieren, und dann auch noch dieser Wind…, naja, aber wenigstens aus der richtigen Richtung, also nur die kleine Fock gesetzt und mit 6,5 Knoten gen Süden.
Heute hat die Crew mir einen weißen Sandstrand als Ankerkulisse ausgesucht, schnell noch die verletzte Möwe an Land und dann den frischen Fisch in Ofen. ( Danke, Heike !) Die Köchin empfiehlt: Yellowtail snapper und Makrele a la Provencale.

24.12.2000

Sonntag, 24. Dezember 2000

24.12.2000

Sonntag, 24.12.00 – Dem Wetter hier ist wohl nichts heilig, immer noch NE 6-7 bei heftigstem Regen und heut soll‘s auf die Aussenriffseite gehen und die ist, na klar, nach NE ungeschützt. Aber dieses ist der einzige Weg um nach George Town zu kommen und da wollen wir nun mal hin.
Dann passiert das Unerwartete, kurz vor dem Passieren der letzten möglichen Durchfahrt, zieht die nächste Front durch und der Wind dreht auf der Rückseite nach SE, so wie wir es brauchen. Holprige Durchfahrt, was ein Wunder bei Tiefenänderungen von 3 auf über 1000 Meter, aber dahinter beginnt das Meer sich zu beruhigen. Kurzzeitig, dann der Test für die neue Crew, kleine Front, Reff rein, Fock klein, wenig Wind von vorn, Segel bergen, Motor an, Wind an, Segel setzen, Motor aus, nächste Front… usw., usw.. Ich glaub nun können Sie es.
Die Ansteuerung nach Georg Town war dann wieder ein Spaß, 5 sm in Schlangenlinien an Korallenköpfen vorbei in den riesigen Naturhafen.
Zur Feier des Tages ein köstliches Menue bei „Sam”, einen Cocktail bei „Turtle”
und um 23 Uhr noch einen kleinen Abstecher in die Abendmesse, zu der Rita, eine hier lebende Hamburgerin, eingeladen hat.

25.12.2000

Montag, 25. Dezember 2000

Montag, 25.12.00 – Morgens das erste mal so richtig Sonne, aber auch das ist nur ein kurzes Vergnügen. Weihnachtsfront!, und was für eine, die ersten gestrandeten Dingis neben uns und horizontal fliegende Gischt über dem ganzen Hafenbecken. So ging‘s dann auch die ganze Nacht, Ein starkes Hoch über den USA und ein Tief im Golf von Mexiko versprechen uns für die nächsten Tage starken NE.
Eigentlich sollte es heut zum Tauchen gehen, aber das hat sich die nun faul unter Deck liegende Crew abgeschminkt, morgens noch Rochen unter dem Rumpf und nun ist außer aufgewühltem Sand hier nichts zu sehen.
Das mentale Vorbereiten auf den Junkanoo, ein dem Carneval in Rio ähnlichem Straßenfest, welches um 4 Uhr morgens am 26. Dezember und am 1. Januar auf den Bahamas gefeiert wird, hat nichts geholfen, denn bei dem Wind wurde dieses Fest nur von den härtesten gefeiert, und kaum einer der Ankerlieger hat seine Yacht verlassen, geschweige denn hätte dieses mit dem Dingi versucht.

26.12.2000

Dienstag, 26. Dezember 2000

Dienstag, 26.12.00 – Frohe Weihnacht dritter Teil: Nach einer unruhigen Nacht werden Landausflüge gemacht und die erste Kokosnuß an Bord geschlachtet. Zur Entschädigung für nordeuropäisches Wetter gibt es abermals ein Dinner bei Sam und einen gute Nacht Drink bei Turtle, alte Gewohnheiten sollten nicht gebrochen werden.

27.12.2000

Mittwoch, 27. Dezember 2000

Mittwoch, 27.12.00 – Es geschehen noch Wunder. Aufwachen bei „Sonnenschein!”.
Nach drei Tagen ohne die Möglichkeit einzukaufen werde ich wieder voll gebunkert, großer Abschied von George Towns Örtlichkeiten und den mittlerweile liebgewonnen Nachbarn in der Marina. Leinen los um eine Meile nordwärts, in Lee von Stocking Island vor Anker zu gehen.

28.12.2000

Donnerstag, 28. Dezember 2000

28.12.2000

Donnerstag, 28.12.00 – There is a long way to go, today- also gleich nach Sonnenaufgang in die nun mittlerweile wieder beruhigte See. Gleich über dem Riff holt Heike das Abendbrot aus dem Wasser, einen Barracuda.
Der zweite Fisch war von solcher Größe, das er bei seinem Sprung aus dem Wasser mitsamt dem Köder verschwand. Dieses passierte heute gleich zweimal, aber was hätten wir auch mit dem ganzen Fisch gemacht, ist ja leider kein Kühlraum bei mir an Bord. Nach 50 sm offshore auf dem Exuma Sound geht’s durch einen „cut”, so heißen hier die Durchfahrten, zurück auf die Bahama Bank. Rechtzeitig vor Dunkelheit, direkt vor dem Club Thunderball, wer hat nicht die Bond-Filme gesehen, auf Staniel Cay, an die Mooring. Pünktlich, den der Wind frischt auf und dreht auf NW- richtig die nächste Kaltfront, na dann, gute Nacht.

29.12.2000

Freitag, 29. Dezember 2000

29.12.2000

Freitag, 29.12.00 – Mooring-Tag, den Staniel Cay lädt zum verweilen ein. Kleine Ausflüge in den Ort, u.a. zur „Happy people Marina”, welches die Stimmung auf der Insel wunderbar wiederspiegelt.
Heut genießen alle Doppelnullen die Filmkulisse, die Klippen, Strand und das BBQ im Club, in welchem schon Werner Brösel vor uns war, welches er mit einem riesigem Bild an der Aussenwand dokumentierte.
Eine Versteigerung läßt alle Crews und Ansässigen zusammen kommen, der Erlös ist das Preisgeld für die am nächsten Tag stattfindenden Regatten auf den Auslegerbooten der Insel. Die Crews werden gelost und dann beginnt das Schlemmen und die anschließende Party mit Life-Reggae.

30.12.2000

Samstag, 30. Dezember 2000

Samstag, 30.12.00 – Starker NW, da wollen wir doch hin! Dennoch entschließen wir uns zum Auslaufen.
Langes, müßiges Aufkreuzen und die letzten paar Meilen unter Motor, um nach 7 Stunden dann doch ganze 17 sm über Grund zurückgelegt zu haben. Hier in Waderick Wells Naturpark darf nichts aus dem Wasser geholt und nichts hinein geworfen werden, schade überall Fische, Conch-Muscheln und von ganzen Hummerschwärmen wird berichtet. Leider haben wir nicht viel davon, da es kurz nach der Platzsuche auch schon dunkel wird. Noch schnell den gefangen Baracuda in die Pfanne, dazu Bier und Hot Dogs, gute Nacht…

31.12.2000

Sonntag, 31. Dezember 2000

31.12.2000

Sonntag, 31.12.00 – Auslaufen bei Hochwasser, und in der kleinen Warterunde im schmalen Fahrwasser, da noch ein Grundsitzer freigezogen wird, steht neben uns ein riesigen Baracuda im Wasser, der hätte uns wohl zwei Tage satt gekriegt. Traumhaftes Segelwetter. Mit dem letzten Tageslicht fiel der Anker genau vor der Highborne Cay Marina in den Sand. Frischen Fisch und die ersten Cocktails.
Dann der große Aufbruch zur Marina- Strand- Party. Lifemusik und zur großen Überraschung gratis Getränke und Buffet…Oh,oh! Da hat die Crew aus dem vollen geschöpft, besonders dieser Ersatzskipper, welcher drei Anläufe brauchte um das ruhig am Strand liegende Dinghy zu treffen. Das erste Bad im neuen Jahr. Pudelnaß und bester Laune kamen aber alle sicher in die Kojen.

01.01.2001

Montag, 01. Januar 2001

Montag, 01.01.01 – Dirk hat frühes Aufstehen angedroht und wer kam nicht aus der Koje? Zum Glück ist Verlaß auf andere Teile der Mannschaft und so wurden die letzten Seemeilen zurück nach Nassau mit angenehmen Halbwindkurs in Angriff genommen. Zur Ankunft war die Crew wieder komplett an Bord versammelt und so wurde ein letztes Mal vor der herrlich ruhigen Kulisse von Salt Cay kurz vor Nassau geankert.

03.01.2001

Mittwoch, 03. Januar 2001

Mittwoch, 03.01.01 – Letzte Säuberungsaktionen, denn die ersten zwei der neuen Crew, die schweizerische Fraktion, Jaime und Tony, sind schon da.