Von New York nach New York – Juli 2000

06.07.2000

Donnerstag, 06. Juli 2000

Donnerstag, 06.07.00 – Der Mittwoch erscheint jetzt mal ausnahmsweise doppelt, weil die „alte“ Crew ihn als letzten Tag noch im Logbuch erwähnt hat, und weil die neue Crew ihn aber auch als ersten Tag hat:
An dieser Stelle also erst mal vielen Dank für die „Logbuchvertretung“ an Klaus und Peter – und herzlich Willkommen an Bord für die neue Crew.
Das sind Beate Glaubauf, Rudi Lohmann und Charlotte Edfjäll. Uschi Bleibt weitere 14 Tage, und Dieter skippert mich weiterhin, diesesmal kreuz und quer durch den Long Island Sound.

07.07.2000

Freitag, 07. Juli 2000

Freitag, 07.07.00 – Manhattan andersherum, und zwar schon ab 06.00 h. (Da merkt man dann doch, dass nicht Wolfgang, sondern Dieter skippert, auch wenn im „offiziellen“ Logbuch extra steht, dass alle freiwillig um 05.30 h aufgestanden sind. Liegt wohl am Jetlag…)
Um 12.00 h verbessert sich dann schlagartig die Sicht auf die beeindruckende Skyline, weil nämlich meine Fock in zwei Teile zerreisst… Aber Ersatzsegel sind ja genug an Bord, deshalb geht es prima weiter bis zum Huntington Harbor, wo dann ein Kühlschrankmensch feststellt, dass nur das Verdampferventil verstellt ist: Eine Schraubenzieherumdrehung, ein neuer Extraeintrag in der Bedienungsanleitung, und schon wird es kalt!

08.07.2000

Samstag, 08. Juli 2000

Samstag, 08.07.00 – Vollzeugbrise, mit ausgerollter Genua und Raumschotskurs an der Nordküste von Long Island entlang. Bis irgendwann an Steuerbord Port Jefferson auftaucht und am Anfang dieser tiefen Bucht mein Anker fällt. Gemütliches Abendessen an Bord, Rigatoni „al Fredo“…

09.07.2000

Sonntag, 09. Juli 2000

Sonntag, 09.07.00 – Morgens reicht der Wind nicht ganz zum Segeln, aber am Nachmittag zeiht mich die Genua dann doch ohne Motorunterstützung bis nach Saybrook in Conneticut. Die USA von ihrer Glanz- und Glitter-Seite: Marina mit beheiztem Außen- und Innen- Swimmingpool, edelste Sanitäranlagen im Hotel.
Leider nicht ganz umsonst… (ca. DM 200,- pro Nacht, nur mal so zum Vergleich…)

10.07.2000

Montag, 10. Juli 2000

Montag, 10.07.00 – Wecken, fürstlich duschen, aber ablegen im Regen – schade. Wenig später bleibt vom Regen nur noch Dunst, aber vier Bft Südwestwind (bei Ostkurs!) und zwei Knoten Schiebestrom entschädigen für entgangene Sonnenstunden.
Ist auch gut, dass wir so schnell unterwegs sind, denn die Liegeplatzsuche in Stonington Harbor gestaltet sich schwierig. Nach drei Versuchen („hier nicht, da nicht, dort nicht…“) bekommen wir aber ein Plätzchen vor Buganker zugewiesen, und zur Entschädigung darf die Mannschaft mit dem Courtesy-Car zum Supermarkt: „Nehmt euch einfach den Pickup, der vor der Tür steht, dafür ist er ja da!“

11.07.2000

Dienstag, 11. Juli 2000

Dienstag, 11.07.00 – Weiterhin Südwestwind um vier Beaufort. Bei wolkenlosem Himmel. Bis nach Block Island, Champlin’s Marina im Great Salt Pond, einem echten „Ententeich“ bzw. „Hurricane-Hole“. Am besten ist der Blick über die Bucht von „Dead Eye Dick“ aus, ganz nebenbei isst und trinkt man da auch prima zu Abend.
So prima, das die Rückwegnavigation fehlschlägt und meine Mannschaft erst nach einem unbeabsichtigten Verdauungsspaziergang wieder im heimischen Cockpit ankommt…

12.07.2000

Mittwoch, 12. Juli 2000

Mittwoch, 12.07.00 – Ich traue mich ja kaum noch, dass mit dem blauen Himmel und dem Südwestwind zu schreiben. Zumal mit Newport Harbor am Abend unser Umkehrpunkt erreicht ist, und der Wind dann günstigsterweise auf Ost drehen sollte. Und zumal in Deutschland ja doch wohl eher Weltuntergangswetter zu sein scheint…

13.07.2000

Donnerstag, 13. Juli 2000

Donnerstag, 13.07.00 – Die Mannschaft und ich genießen das sportliche Ambiente noch ein bisschen, hier liegen nämlich ein paar alte „Cupper“ im Hafen, die mich ganz schön klein aussehen lassen. Aber die liegen, und wir segeln! Und zwar zurück nach Block Island in den Great Salt Pond, weil’s so schön ist…(Vorsichtshalber wird aber an Bord gekocht, auch fürstlich, aber heimwegsicherer…)

14.07.2000

Freitag, 14. Juli 2000

Freitag, 14.07.00 – Nach einem schönen Tag am Wind (leider dreht der Wind nicht auf Ost, aber man kann ja nicht alles haben!) steuern wir Montauk an. Spitzenwert des Tages: Der Übernachtungspreis – sagenhafte drei Dollar pro Fuß…

15.07.2000

Samstag, 15. Juli 2000

Samstag, 15.07.00 – Der Wind dreht auf Südost. Prima – aber er übertreibt es leider und bläst mit über sechs Windstärken. In schweren Dauerschauern. In Gewittern. Und kein Hafen in Sicht. 72 Meilen unter verschärften Bedingungen bis nach Port Jefferson. Um 22.10 h fällt eine müde, nasse Crew in die Kojen…

16.07.2000

Sonntag, 16. Juli 2000

Sonntag, 16.07.00 – Und plötzlich ist es wieder schön, die Sonne lässt sich wieder sehen… 24 bequeme, faule Meilen („Gustav“ übernimmt das Ruder) bis nach Huntington. Und ein nachgeholtes Belohnungsabendessen im „Pescador“, Trostpflaster für gestern!

17.07.2000

Montag, 17. Juli 2000

Montag, 17.07.00 – Eine Stunde nach dem Ablegen machen wir eine Badepause bei Eaton’s Neck. Beate sucht Muscheln und Steine am Strand, der Rest faulenzt ein wenig. Am Nachmittag drohen ein paar Gewitterwolken, aber es bleibt beim Drohen, jedenfalls erreichen wir den Ankerplatz in Hempstedt Harbor trocken.

18.07.2000

Dienstag, 18. Juli 2000

Dienstag, 18.07.00 – Der letzte Segeltag wird ein Motortag: In Dunst und Flaute steuert mich die Mannschaft durch den Tonnenweg nach New York City, die Freiheitsstatue weist den Weg zum Liberty Harbor, und die Sand Bar wird wenig später sechs Flaschen Bier los, weil nämlich Wolfgang aus Europa zurück ist. Der Rest des Abends geht in wechselseitigem Redeschwall unter…

19.07.2000

Mittwoch, 19. Juli 2000

Mittwoch, 19.07.00 – Das Übliche: Ich werde geputzt und gewienert. Das Unübliche: Der Abschied wird in die U-Bahnhaltestelle „World-Trade-Center“ verlegt, bis dahin bringt der Skipper den Skipper und seine Frau, was ja seine Mama ist…
Und dann sind wir alleine, Wolfgang und ich. In New York. Eine Woche lang. Und prompt kommt er vom World-Trade-Center mit einem Stapel Eintrittskarten zurück. Und ich kann mich hier in der Zeit im Hafen langweilen oder was?!

20.07.2000

Donnerstag, 20. Juli 2000

Donnerstag, 20.07.00 – Donnerstag, 20.07.2000 – Dienstag, 25.07.2000
Ich hab’s geahnt: Er rennt in jedes Museum, auf jeden Wolkenkratzer, und natürlich in jede Kneipe.

26.07.2000

Mittwoch, 26. Juli 2000

Mittwoch, 26.07.00 – Endlich ruft die Pflicht den Skipper wieder!
Die neue Crew trudelt ein: zuerst Carola Repky (war von A Coruna nach Lissabon mit), dann Christiane Becker aus Dortmund (war noch nie mit), dann holt Wolfgang seinen Neffen Marlon vom Flughafen ab (war schon so oft mit, dass nicht mehr gezählt wird, auch wenn die meisten Reisen vor der Weltumsegelung waren), dann Matthias Poth, der zum dritten Mal an Bord ist und zum zweiten Mal vier Wochen mitsegelt und damit Rekordhalter ist, wenn man die Familie nicht mitzählt), und dann erzählen sich alle ihre Anreiseabenteuer, bis am