Von den Seychellen nach Madagaskar

Mittwoch, 11.08.10

Dienstag, 17. August 2010

Mittwoch, 11.08.10 Christiane Minnich aus Münster will morgens noch keinen von den Jungs aufwecken und wartet noch ein, zwei Cappuccinos lang im Marina-Café, bis sie an Bord kommt. Christiane und Peter waren zufälligerweise gemeinsam von Jamaika bis Panama mit mir unterwegs, man kennt sich im Galateia-Fanclub.
Der Leihwagen wird weiterhin genutzt, heute für den ersten Teil des fälligen Großeinkaufs. Am Nachmittag stellt mit Marga Brezl das letzte Crewmitglied die Tasche in die Kabine. Marga war auch schon mal hier, nämlich im September 2004 von Porec bis Piran, das allerkürzeste Stückchen, das jemals irgendwer auf einer Weltumsegelung mitgefahren ist!
Zum Willkommensdinner kutschiert Peter Röhrl die ganze Crew ins „Marie Antoinette“, wo stilecht kreolisch zu Geschichten aus aller Herren Länder getaftelt wird.

Donnerstag, 12.08.10

Dienstag, 17. August 2010

Donnerstag, 12.08.10 Der Obst- und Gemüseeinkauf auf dem Markt muss noch erledigt werden, außerdem darf mein Skipper den Behördenhürdenlauf beginnen, denn ich brauche ja Ausklarierungspapiere für die Reise nach Madagaskar. Nachmittags ist alles erledigt, Peter und Marga wandern noch ein paar Kilometer über die Hügel und zum großen, alten Friedhof, die anderen verbummeln den Tag.

Freitag, 13.08.10

Dienstag, 17. August 2010

Freitag, 13.08.10 Wie bestellt holt Wolfgang die ersten Papiere früh bei der Immigration ab, dreht dann die Runde im Hafen bei Hafenmeister und Zoll und macht als Zeitpunkt des Ablegens 11.00 h aus. Dann sollen die Pässe ans Schiff geliefert werden, und unter den wachsamen Augen der Küstenwache dürfte ich dann ablegen. Es wird elf, es wird zwölf, es wird eins, es wird ein paar Telefonate später fast drei Uhr, bis die Uniformierten in der Marina eintrudeln, feststellen, dass sie die Passnummern auf der Crewliste falsch abgeschrieben haben, sich während der Änderung auf ein Bier einladen lassen und dann „Gute Reise“ wünschen.
Freitags darf man ja gar nicht aus dem Hafen, deshalb werde ich nur um die Ecke verholt, bei frischer Brise bis in die Anse Jasmin. Nach Norbert und Wolfgangs Meinung ja eine der schönsten Buchten dieses Planeten, die darf man Peter und Marga ja nicht vorenthalten.

Samstag, 14.08.10

Dienstag, 17. August 2010

Samstag, 14.08.10 Mit Schwimmen, Schnorcheln, Kitschfotos und Reisevorbereitungen geht der Vormittag schnell vorbei, es besteht ja auch keine Eile.
Beim Segelsetzen kurz vor dem Südwestkap gibt es dann ein Erstes Mal: Das erste Mann-über-Bord. Peter unterschätzt die Dünung, greift neben das Vorstag und macht einen Rückwärtssalto in den Indik. Gang raus, Hartruder steuerbord, ein kleiner Kringel, Badeplattform runter und schon ist er wieder da. Sogar die Sonnenbrille sitzt noch, so schnell konnte die ja auch gar nicht runterfallen!
Die Dünung kam von der Welle, die sich im freien Wasser aufgebaut hat, mäßiger Passat mit Anlaufstrecke bis zum Südpol ist halt schon richtiger Wind! Die kleine Fock und das ungereffte Groß passen gut zum Wetter, zunehmender Mond beleuchtet die ersten Nachtstunden, die Freiwache verschwindet in den schrägen Kojen und ich segele nach Südwesten.

Sonntag, 15.08.10

Dienstag, 17. August 2010

Sonntag, 15.08.10 Leider steht der Wind zur Zeit so weit im Süden, dass ich ganz schön weit nach Westen vom Kurs abkomme. Mitten in der Nacht muss in einer Schauerbö ein Reff ins Groß, so bleibt das dann bis zum Nachmittag. Da liegt Desroches, eine Insel der Amiranten-Gruppe vor dem Bug, und nach einer ersten, doch recht anstrengenden Nacht ist der Halt vor dem weißen Strand sehr Willkommen. Die Crew begrüßt die Fledermausfische am Heck, schnippelt einen großen, frischen Gemüseeintopf, philosophiert noch ein halbes Stündchen im Cockpit und fängt früh das Gähnen an. Gute, ruhige Nacht!

Montag, 16.08.10

Dienstag, 17. August 2010

Montag, 16.08.10 Der Inselmanager erklärt, dass Desroches in Privatbesitz ist und nur mit Genehmigung betreten werden darf. Die haben wir natürlich nicht, denn dann hätte ich nicht ausklarieren können. Aber einen Strandspaziergang erlaubt er, fünf indische Gastarbeiter, die in ihrer Mittagspause ein paar Kokosnüsse trinken, versorgen meine Ausflügler mit dem besten Wasser der Welt, ansonsten herrscht spätestens nach ein paar Metern Einsamkeit unter den Palmen. Wunderschön.
Christiane nutzt die Gunst des ruhigen Liegeplatzes und zaubert unter allgemeiner Schnippelhilfe ein Drei-Gänge-Menü, Norbert zeichnet für den Obstsalat verantwortlich, mit in Takamaka-Rum eingelegten Rosinen, da kann das kleine Exklusivhotel auf der anderen Inselseite garantiert nicht mithalten.

Dienstag, 17.08.10

Mittwoch, 18. August 2010

Dienstag, 17.08.10 So richtig weg will man hier ja nicht unbedingt, und mit diversen Vorbereitungen für den langen Schlag nach Südwesten geht auch noch ein halber Tag vorbei: Frisches Brot backen,  Gemüsesuppe vorkochen, Higgins verstauen, unter und an Deck seeklar machen, einmal noch ins Wasser hüpfen ? gut Ding will Weile haben. Aber dann geht es doch auf Große Fahrt, ein Pilotwal springt in einiger Entfernung in meinem Kielwasser, mit ganz leichten Brisen mache ich gut Strecke nach Süden, eine bequeme erste Nachthälfte.

Mittwoch, 18.08.10

Mittwoch, 18. August 2010

Mittwoch, 18.08.10 Früh morgens brist es wieder auf beständigen Monsun auf, zwei Reffs ins Großsegel, die Genua wieder auf ein Drittel eingerollt. Mehrere Tölpelfamilien veranstalten eine Flugshow um uns herum, die genießen die frische Brise genau wie ich.
Als Navigationsanweisung gilt: „Nicht Alfons rammen!“, denn die kleine Insel „Alphonse“ liegt genau auf meinem Kurs. Um 12.00 h ist das Nordkap erreicht, Norbert steuert mich mit Sicherheitsabstand um die Riffe herum, da entdeckt der Skipper eine Masse schwarzer Zacken an Steuerbord! Bin ich doch auf dem Riff? Aus dem Augenwinkel werden die Zacken blitzschnell in den Fokus geholt, kein Riff, sondern eine riesige Schule Pilotwale. Minimalschätzung sechzig Tiere, Maximalschätzung hundert. Auf jeden Fall reichlich, anders als Delfine ganz gemächlich ziehend, nur ab und zu das Maul hebend und herüberlugend, beeindruckend.
Im Nordwesten der Insel ist im Hafenhandbuch zwar ein Ankerplatz eingetragen, aber schon von weitem ist klar: Nur im absoluten Notfall. Riffkante, kaum geschützt, kein Ankergrund. Also weiter auf Kurs.

Donnerstag, 19.08.10

Montag, 23. August 2010

Donnerstag, 19.08.10 Delfine ziehen nachts ihre Leuchtspuren durch das Plankton um mich herum, ein gruselig schöner Anblick. Kurs 240°, ab und zu Gischt im Gesicht, die vom Wind getrocknet wird. Ölzeugwetter, auch bei Sonnenschein. Aber tolles Segeln!

Freitag, 20.08.10

Montag, 23. August 2010

Freitag, 20.08.10 Wache um Wache folgen die Logbucheinträge, mal mehr, mal weniger Sterne am Himmel, ab und an ein kurzer Schauer, reichlich Wind, Bordroutine, Rauschefahrt. Christiane beim Wachwechsel um 22.00 h : „Die Lady und ich hatten Spaß!“
Beim berühmten Galateia-Wachsystem für fünf Segler darf ja jeder eine Stunde mit dem Vorgänger, dann eine Stunde alleine und dann eine Stunde mit dem Nachfolger im Cockpit sitzen. Und manchmal ist die einsame Stunde die schönste.

Samstag, 21.08.10

Montag, 23. August 2010

Samstag, 21.08.10 Von gestern in der Frühe bis heute in der Frühe logge ich 160 Meilen, exakt 6,66666 Knoten im Durchschnitt. Gemessen von Karteneintrag zu Karteneintrag, durchs Wasser also noch etwas schneller. Durch fliegendes Wasser in Margas Wache sogar noch viel schneller, ein Monsterschauer! Kein Wunder, dass Assumption schon am Vormittag vor dem Bug liegt. Vor ein paar Tagen fürchtete Wolfgang noch, wir würden heute nicht mehr im Hellen ankommen, und nun haben wir fast einen vollen Tag zum Ausruhen, Baden, Aufräumen gewonnen. Das tut nach vier Tagen im Seegang auch allen gut, meine Wenigkeit inklusive.
Assumption gehört zum Naturpark Aldabra, am weißen Strand nichts als Schildkrötenspuren, weiter südlich in der perfekt geschützten Bucht ein Lager, wo die Parkhüter wohnen. Die vier Jungs kommen am Abend kurz mit ihrem Angelboot vorbei, heißen mich und die Crew herzlich Willkommen und freuen sich auf den Besuch morgen!
Mit Gitarrenklängen und Kanonsingen wird später der Abend so lange es geht verlängert, mit Lupo, meinem Superfernglas wird viertelstündlich der Strand abgesucht, aber die Karettschildkröten zeigen sich nicht. Träumen wir erst einmal davon.

Sonntag, 22.08.10

Montag, 23. August 2010

Sonntag, 22.08.10 Großes Gala-Frühstück, wenn wir schon mal ruhig liegen. Und dann der Ausflug an den drei Kilometer langen Strand. Zusätzlich zu den dutzenden Schildkrötenspuren gibt es jetzt fünf Menschenspuren. Toussaint, der Chef der Wildhüter, erklärt die Wanderwege. Und den Rest glaubt ja sowieso wieder keiner. Feenseeschwalben auf Augeshöhe. Zwei Buckelwale auf der Luvseite der Insel. Eine gewaltige Düne aus Korallensand. Riesenschildkröten auf der Landebahn des alten Flughafens (die Insel sollte mal für den Guanoabbau genutzt werden, bevor sie Nationalpark wurde). Zwei Buckelwale, wohl Mutter und Kalb direkt hinter meinem Heck, bzw. neben der Einganstür zum Inselvorratslager, aus dem Toussaint ein paar Vorräte verkauft. Kopfstehend und mit dem Schwanz schlagend (die Walmutter, nicht Toussaint!). Drei Rote Schnapper, die gegen ein paar DVDs und etwas Rum dank Christiane zu einem Festessen werden. Und Gegenbesuch der Wildparkhüter, die sich sichtlich über etwas Abwechslung an einem der schönsten Enden der Welt freuen.

Montag, 23.08.10

Montag, 06. September 2010

Montag, 23.08.10 Gestern hat es meinen Skipper ja fast von der Düne geweht, da stand er ganz schön stirnrunzelnd im fast schon stürmischen Monsun auf der Luvseite der Insel. Und auch heute bläst der Wind. Der Wetterdienst meldet aber deutliches Abflauen für den Nachmittag – und tatsächlich hält sich der Monsun an die Vorhersage: Anker auf um 18.05 h. Am Südkap läuft die Dünung kreuz und quer, aber später in der Nacht wird es besser, kleine Fock, zwei Reffs im Groß und ich in meinem Element. Spannend ist die Frage, ab wann wir das Lee von Madagaskar erreichen werden, denn die Wetterkarten zeigen deutlich den Kapeffekt am Cap d’Ambre, also an Madagaskars Nordspitze. Nördlich davon hackt es, Seegang über drei Meter – und südwestlich vom Kap nur noch umlaufende Brisen und glattes Wasser. Mein Kurs um die Starkwindzone herum führt von hier aus nach Süd-Südwest, halber Wind, schnelle Reise.

Dienstag, 24.08.10

Montag, 06. September 2010

Dienstag, 24.08.10 Und jetzt weiß ich es: Das Lee beginnt für mich auf 10°28’ S, 046°01’ E. Nach und nach wird meine Segelfläche größer, die Rollgenua ersetzt die kleine Fock, das Groß bekommt ein Reff weniger. Der Südäquatorialstrom läuft mit und schiebt mit zwei Knoten, und manchmal muss der Motor mithelfen. Trotzdem sind alle froh, dass das Bordleben nun deutlich geruhsamer wird.

Mittwoch, 25.08.10

Montag, 06. September 2010

Mittwoch, 25.08.10 Auf einer Weltumsegelung liegt ja immer mal wieder ein Stückchen Frankreich im Weg.  Mayotte ist die östlichste der Komoren. Die westlichen Inseln bilden einen eigenen Staat, aber  wie in jedem der drei großen Ozeane haben sich die Franzosen auch im Indik ein Urlaubsparadies aus ihrer Kolonialzeit erhalten. Unter traditionellem Abspielen der Nationalhymnen (Peter übrigens textsicher bei der Marseillaise!) über den Außenlautsprecher wechselt Marga die Gastlandsflaggen, kurz nach der Riffpassage in die Lagune hinein werden die Segel geborgen, und nach weiteren zwölf Meilen in geschütztem Wasser fischen Peter und Wolfgang eine Festmacheboje im Hafen von Dzaoudzi.
Higgins wird aufgepumpt, der Müll von 14 Tagen eingepackt und die Tasche mit Pässen und Schiffspapieren umgehängt.  Und dann folgt die Jagd nach dem Goldenen Stempel. Wenn uns irgendwer gesagt hätte, das am Nachmittag sowieso alle nötigen Behörden (also Einwanderungspolizei, Zoll und Hafenmeister) am Fährpier sein würden, um einen Passagierdampfer abzufertigen, dann hätte sich meine Mannschaft eine knapp einstündige Wanderung und einen Taxiausflug zum Flughafen gespart. Allerdings hätte der nette Polizist dann auch nicht das „Fare“ als Geheimtipp für das Ankunftsfestessen geben können, und nachdem ich alle Papiere gestempelt beieinander habe schwelgt meine Crew in den kulinarischen Genüssen der Grande Nation. Schon die Mousse au Chocolat wäre alle Strapazen der doch manchmal recht windigen Reise wert gewesen.

Donnerstag, 26.08.10

Montag, 06. September 2010

Donnerstag, 26.08.10 Meine Mannschaft geht fremd und nimmt die Fähre hinüber nach Grande Terre. Am Hafen ist Markttag, in den Gassen balancieren die Frauen große Schüsseln auf dem Kopf, die gegen die Sonne gekalkten Gesichter befremden und erheitern gleichzeitig, und neben all der Exotik ist Frankreich nie weit weg. Frisch gezapftes Bier und Croque Monsieur in der Brasserie, die blauen Käppis der Polizisten und das allgegenwärtige freundliche „Bonjour“ der Passanten.

Freitag, 27.08.10

Montag, 06. September 2010

Freitag, 27.08.10 Auf der zweiten Jagd nach dem Goldenen Stempel lernt Wolfgang, dass bei der Passkontrolle doch alle Crewmitglieder anwesend sein müssen, immerhin klappt das dann aber wieder gut beim Fähranleger, was den Umweg zum Flughafen erspart. An M. le president Sarkozy: Kaufen Sie den Jungs von der Einwanderungspolizei auf Mayotte doch bitte mal einen zweiten Stempel! Einen für den Flughafen und einen extra für den Hafen. Danke!
Frischer Nordost zieht mich am Nachmittag um Mayotte herum zum Pass auf der Ostseite der Insel, schon schön hier, all die vorgelagerten Riffe und Inselchen des Archipels.
Mit Sonnenuntergang schläft der Wind ein, Gustav, mein treuer Autopilot übernimmt das Ruder, ein kitschig orangefarbener, schon wieder abnehmender Mond verzaubert die Stimmung an Bord, gemütlich tuckern wir nach Osten, erstmalig auf dem Seychellen-Madagaskar-Törn zeigt mein Bug tatsächlich auch nach Nosi Be!

Samstag, 28.08.10

Montag, 06. September 2010

Samstag, 28.08.10 Wochenlang ist nix auf dem AIS zu sehen, und heute Nacht tauchen gleich zwei Frachter auf. Der Passierabstand passt, weiter geradeaus. Die Sonne geht genau so spektakulär auf wie gestern der Mond, Christiane bekommt aus den dramatischen Wolken einen dramatischen Regenschauer ab, danach klart es wieder zu blauem Himmel auf. Ein Dutzend Delfine spielt um mich herum und in der Bugwelle, können Norbert aber nicht davon abhalten, den Zug auf der Angelleine zu bemerken. Marga kennt die Angelroutine ja noch nicht und bekommt ganz große Augen, aber die anderen erinnern sich an die nötigen Handgriffe: Sonnensegel auf der Angelseite weg, Gaff aus der Backskiste, Cockpitboden klarieren, Luken zu, Rum aus der Bar, ein paar Minuten souverän gemeisterte Panik, dann der Lohn: 1,2 m, knapp sechs Kilo Mahi Mahi. Festmahl. Kostet mich leider den Gaszug, denn der Fisch fällt auf den Motor-Ganghebel und reißt das Seil ab. Da haben meine Jungs morgen was zu basteln, Ersatz ist ja an Bord.

Sonntag, 29.08.10

Montag, 06. September 2010

Sonntag, 29.08.10 Christiane wird immer den Geruch von Feuer als ersten Eindruck von Madagaskar behalten. Im Hinterland steigen die Gebirgsketten auf, und zwischen den Inseln um Nosi Be herum tummeln sich die Fischer in ihren Dhaus und Auslegerkanus. Eines der Bötchen winkt mich heran, Seenotfall, denn der Bug des Einbaums ist gespalten und benötigt zur Rettung ein paar Meter feste Leine aus meiner Backskiste. Da können wir helfen.
Vor Nosi Komba fällt mein Anker – und sofort ist allen klar: Das hier ist Afrika! Ein wunderschönes Dorf, palmwedelgedeckte Hütten, Bananenstauden in den Gärten, Musik, handzahme (weil angefütterte!) Makis in den Bäumen, ein netter Inselführer, der die Attraktionen erklärt und ein tolles Restaurant am Strand: Claudia serviert Fisch vom Holzkohlengrill, Zebuspießchen, Garnelen in Knoblauch, Gemüse, Bier und Rum mit frischer Vanille. Alleine die Vanillereste, die im Rumglas am Boden kleben bleiben, hätten in Europa das gekostet, was Claudia für die ganze  leckere Mahlzeit verlangt. Hier bleibe ich gerne ein paar Wochen!

Montag, 30.08.10

Dienstag, 07. September 2010

Montag, 30.08.10 Eigentlich müsste ich ja spätestens heute hinüber nach Hellville, um die Einklarierungsformalitäten zu erledigen. So richtig will das aber niemand an Bord, lieber noch einen Tag mit Inselspaziergängen, interessanten Gesprächen mit Mme. Deleguée (der Inseldelegierten gegenüber der Regierung) und gutem Essen hier verbummeln!

Dienstag, 31.08.10

Dienstag, 07. September 2010

Dienstag, 31.08.10 Anker auf, sechs Meilen unter Motor, Anker wieder runter. Die ersten Bootsjungen kommen angepaddelt und offerieren ihre Dienste als Behördenhordenhürdenlaufführer und Wachmänner, aber mein Skipper macht erst einmal eine Erkundungstour bei den anderen Fahrtenseglern und lässt sich von einem fast-einheimischen Franzosen einen jungen Mann empfehlen: Sergio hat einen guten Ruf und schon recht viel Erfahrung auf Yachten, also wird er angeheuert und nimmt die erste Hürde, nämlich das Einklarieren, mit Bravour. Leider hat der andere Bootsmann anscheinend bei der Einwanderungspolizei aus Rache gepetzt, dass wir in Nosy Komba waren, aber da Behörden ja immer bemüht sind, Wolfgangs Bestes zu wollen, lässt sich auch das regeln.
Zum abendlichen Landspaziergang übernimmt Sergio den Beibootfährdienst und die Schiffswache, Geldautomaten und ein gutes Restaurant sind schnell gefunden, so langsam kommen wir richtig in Madagaskar an.
PS: Wolfgangs Bestes ist natürlich nach Behördenmeinung sein Geld…

Mittwoch, 01.09.10

Dienstag, 07. September 2010

Mittwoch, 01.09.10 Ich werde hier natürlich mangels Marina am Ankerplatz geschrubbt, das geht aber auch prima, nur zum Wasserbunkern muss ich kurz an die Fährpier. Für Marga und Christiane endet der Törn heute schon, Wehmut auf beiden Seiten. Kommt bald wieder!
Wolfgang hat seit heute mal wieder eine neue HandyNr.: +261 (0) 328454513 und freut sich über Anrufe.

Donnerstag, 02.09.10

Dienstag, 07. September 2010

Donnerstag, 02.09.10 Norberts Flieger geht erst heute Abend, Zeit genug für eine Inselrundfahrt. Um eine alte Ylangylang-Destillerie herum hat man einen Naturpark eingerichtet, in dem viele Lemuren- und Chamäleonarten zu besichtigen sind, aber auch die Parfümölherstellung ist interessant. Zwei Euro Tageslohn für die Pflückerinnen… Auf der anderen Inselseite kann man eine heilige, hektargroße Würgefeige bestaunen, in deren Stamm- und Wurzelwerk die Animisten ihre Opfer bringen. Vom höchsten Punkt der Insel lässt sich all das dann noch einmal mit dem Abstand betrachten, den man manchmal braucht, aber insgesamt schon sehr schön hier!
Norbert ist auch nicht wirklich froh, dass er weg muss, aber was hilft’s?! Grüß Monika schön!

Freitag, 03.09.10

Dienstag, 07. September 2010

Freitag, 03.09.10 Sergio hat noch einen Taxifahrerbruder, Ausflüge werden natürlich innerhalb der Familie organisiert: Jeanyves hat einen gerade mal 18 Jahre alten Renault 19, an dem bis auf die Windschutzscheibe, die Bremsen und das Getriebe alles funktioniert, also eine Luxuslimousine. Mit der machen sich Peter und Wolfgang auf den Weg nach Norden, erster Halt Ankarana-Nationalpark. Von all den Lemuren, Vögeln etc. mal abgesehen sind hier die Tsingys die Attraktion, messerscharfe, durchgehende Felsgrate in einer 30 Meter dicken Kalksteinschicht. Ein steinernes Meer aus Keramikklingen, unüberwindbar, voller Höhlen und Schluchten, bewohnt von Echsen und Vögeln, spärlich und nur punktuell von Trockenwaldpflanzen bewachsen und sagenreich mit der hiesigen Mythologie verwoben. Am Rande der größte Gulli der Welt, in dem während der Regenzeit drei Flüsse in den Untergrund abrauschen, aus dem sie erst im Kanal von Mozambique wieder auftauchen. 150 km weiter westlich. Da ist selbst meine weitgereiste Mannschaft sprachlos vor Begeisterung.
Die palmwedelgedeckte Bambushütte kostet sechs Euro pro Übernachtung, zwei Eimer Wasser (einer zum Duschen, einer für die Toilette) und wilde Träume inbegriffen.

Samstag, 04.09.10

Dienstag, 07. September 2010

Samstag, 04.09.10 Wolfgang braucht sich nicht zu entscheiden, ob er lieber auf Vietes Hochzeit oder auf Dieters Geburtstag wäre, da er leider nicht kommen kann. Er gratuliert aber in beiden Fällen recht herzlich! Jeanyves Limo schafft es genau bis Antsiranana, „Ort mit großem Hafen“ und Zentrum des Nordens. Unterwegs hätte ein wild gewordener Zebu-Bulle der Reise ohnehin fast ein frühzeitiges Ende beschert, aber das ist eine andere afrikanische Geschichte. Gegenüber vom tollen Hotel „Jardin Exotique“ kann das Getriebe gerichtet werden, während die beiden Safaristen die Stadt zu Fuß erkunden, danach  kommt die Testfahrt an der großen Bucht entlang. Große Baobabs im warmen Licht des Sonnenuntergangs, Traumstrand und Fischerdorf an der Baie Ramena, ein bisschen spontane Livemusik in der Kneipe, überall freundliche, lachende Menschen, ein Tag voller Bilderbuchafrika.

Sonntag, 05.09.10

Dienstag, 07. September 2010

Sonntag, 05.09.10 Im Nationalpark „Montagne d’Ambre“ war Jeanyves auch noch nicht, „und wenn ich das mit der Straße gewusst hätte, hätten wir meinen vierradgetriebenen Jeep genommen!“ Ist schon nicht ganz einfach, mit dem Peugeot bis auf über 1000 m zu klettern. Da oben gibt es Regenwald, dichten Dschungel, Chamäleons (die kleinste Sorte passt locker auf eine Fingerkuppe! Ausgewachsen!) und Lemuren in freier Wildbahn, exotische Vögel, Wasserfälle, einen See undundund. Mahamuds geschultes Führerauge sieht auch die bestgetarnten Tiere, der Normaleuropäer ist hier einfach blind.
Noch ein Geheimtipp: Das familiär geführte „Relais de Montagne d’Ambre“ hat den schönsten Blick, die netteste Wirtin, die besten Preise, das leckerste Essen und die gepflegteste Zimmerschildkröte. montagnedambre@g-mail.com

Montag, 06.09.10

Dienstag, 07. September 2010

Montag, 06.09.10 Rückreise. Mit all den kleinen Zwischendurchabenteuern. Ein letztes Mittagessen mit Jeanyves, der mit seinem Wissen um die madegassiche Kultur und mit seiner Bildung viel zum Lerneffekt der Tour beigetragen hat, vielen, vielen Dank! Die letzten Meilen werden nass im kleinen Fährboot auf dem von der Nachmittagsbrise etwas kabbeligen Meer zurückgelegt. Sergio hat schon meine Luken zum Lüften geöffnet und freut sich über Lohn und Landgang. Was für eine Reise!

Dienstag, 07.09.10

Montag, 13. September 2010

Dienstag, 07.09.10 Heute ist einfach nur ein geistiger Verdauungstag. Tagebuch, Logbuch, Fotos sortieren, die entsprechenden Mails vorbereiten und zwischen zwei Stromausfällen im Internetcafé senden, all das will Weile haben.