Von St.Domingo nach Havanna – März 2000

19.03.2000

Sonntag, 19. März 2000

19.03.2000

Sonntag, 19.03.00 – Sonntags ist Hahnenkampf im Dorf: In einer etwas größeren Palmwedelhütte hocken alle Männer (also ca. 30) des Dorfes um eine kleine (3 x 4 m) Arena herum und wetten auf ihre Lieblinge.
Bis die endgültige Aufstellung der Gegner mal fertig ist, ist die erste halbe Stunde schon rum. Da wird das Gewicht verglichen, es muss getestet werden, ob die beiden Kontrahenten überhaupt aufeinander los gehen, oder ob einer von beiden von vornherein aufgibt, außerdem ist natürlich die übliche Vereinsmeierei im Gange, der Geräuschpegel wäre wahrscheinlich bei einem deutschen Hühnerzüchterclub am Sonntagnachmittag nicht anders.
Aber dann stellt der Schiedsrichter den Blechwecker auf 20 min und los geht es. Gockel Nr. 1 und Gockel Nr.2 können sich auch wirklich nicht leiden, die Federn fliegen, die letzten Wetten werden abgeschlossen, jede Attacke wird mit großer Begeisterung und Applaus quittiert und am Ende steht ein enttäuschendes Unentschieden.
Nach dem Kampf steckt dann plötzlich der Besitzer von Gockel Nr.2 den Kopf seine tapferen Helden in den Mund, und Wolfgang geht nur ein Gedanke durch den pf: „Wenn der jetzt zubeißt, dann muss ich kotzen!“ Aber dazu kommt es nicht, Hühnerhugo hat seinen Kampfgockel nur unkonventionell verarztet, Spucke ist ja bekanntlich gut gegen kleine Wunden, das hilft auch bei den Plessuren an Gockels zartem Hals! (Die Kämpfe dauern hier natürlich nicht bis zum Tod eines Tieres, es werden auch keine Rasierklingen an den Sporen befestigt o.ä., dazu sind die Hähne hier viel zu wertvoll.
Wolfgangs Lieblingssport wird es trotzdem nicht werden, auch wenn so ein Freizeitvergnügen auf solchen Inseln und in solchen Dörfern besser ist als gar kein Freizeitvergnügen, die Stimmung in der Hütte war jedenfalls prima.) Nun denn, die Insel hat ja auch noch andere Ecken zum Begucken…

20.03.2000

Montag, 20. März 2000

Montag, 20.03.00 – So um Mittag rum legen wir ab, und weil die Sonne scheint, der Wind schön leicht und der Seegang gering ist, folgt ein Artikel über den Piratenüberfall auf die französische Yacht:
Am 29.02.00 segelte die Familie Cordier mit ihrer Dufour 31 „Alouette“ von den Bahamas kommend die „Windward Passage“ zwischen Kuba und Haiti entlang nach Süden und erreichte am frühen Abend das Kap „Dame Marie“ an der Südwest-Ecke von Haiti.
Das Ziel war eigentlich die Ile á Vache mit der Captain Morgan Marina, aber Guy und Chantal wollten ihren beiden Töchtern (Laura, 13 Jahre und Sabine, 5 Jahre alt) und sich selbst keine unnötige Nachtfahrt zumuten und legten ihr Schiff ein paar Meilen südlich vom Kap in die geschützte Bucht vor dem Dorf Carcasse vor Anker.
Die Cordiers leben seit drei Jahren auf See, im Oktober vergangenen Jahres hatten sie ihr altes Schiff in Florida gegen die etwas größere und komfortablere Dufour eingetauscht. Guy arbeitet als Mechaniker und hatte das Schiff voll Werkzeug, um zusammen mit einem Freund auf St. Martin in dessen Werkstatt Yachten zu reparieren.
Gegen 20.00 h kamen zwei Fischer längsseits, aber die Familie kaufte nichts. Schlafenszeit, mit kleinen Kindern sowieso… Gegen 01.00 h am 01.03. wacht Guy auf, weil die „Alouette“ leichte Grundberührung in einer schwachen Dünung hatte.
Guy will den Anker kontrollieren und stellt fest, das die „Alouette“ an der gekappten Ankertrosse von einem Ruderboot auf den Strand geschleppt wird. Guy startet den Motor, aber die Brandung hat das kleine Schiff bereits im Griff und wirft es auf das Ufer.
Dort wartet das Dorf. Guy und Chantal versuchen sich zu wehren, dabei wird Guy von einer Machete und Chantal von einem Stein am Kopf getroffen, die Familie flüchtet in die Kabine zu den Kindern. Sabine sagt später „hundert! aber die Erwachsenen schätzen realistischer, das ca. 60 Personen, Männer, Frauen, Jungendliche das Schiff in Kleinteile zerhacken und plündern, während die Familie sich in einer Kabine zusammenkauert.
Bei der Demontage der Pantry hört Guy dann Gas austreten, brüllt: „Raus hier“, alle flüchten durch die Meute hindurch an den Strand. Gegen 05.30 h befindet der Dorfhäuptling, daß es jetzt reicht, zumal das Schiff lichterloh brennt.
Die Cordiers dürfen in seinem Haus die Helligkeit des neuen Tages abwarten. Aber da ist dann auch nur zu sehen, das nichts mehr zu sehen ist. Außer den unverhohlen zur Schau getragenen „neuen“ Bekleidung und Arbeitsgeräte der Dorfbewohner.
Seitdem mahlen die Mühlen der Bürokratie nicht nur langsam, sondern gar nicht. Die Familie hat nichts mehr: Die Ersparnisse der letzten Jahre sind für’s neue Schiff und das Werkzeug gebraucht worden, gegen Piraterie und Bürgerkriegsähnliche Zustände war die „Alouette nicht versichert, DM 70.000, einfach weg, Laura ohne Schulbücher, Sabine traumatisiert und eigentlich ein Fall für psychologische Betreuung, vier Menschen ohne Lebensgrundlage.
In der Captain Morgan Marina haben sie zur Zeit Unterschlupf bei der Familie Boulard (die den Hafen leitet) gefunden. Guy hat aber keine Arbeitserlaubnis, was diesen Zustand auch auf Dauer unmöglich macht.
Die Familie Cordier braucht vor allem Öffentlichkeit, um Druck auf die haitianischen Behörden ausüben zu können, Protestnoten von Verbänden etc. an die Botschaf Haitis etc.
Aber auch finanzielle Hilfe kann gegeben werden, als Erste-Hilfe-Konto funktioniert das Konto von Guys Mutter:
Konto von Madame Simone Cordier,
compte ccp (Postscheckkonto) Nr. 20041/010/7/0058518p/02870,
sollten wider Erwarten staatliche Stellen den Schaden ersetzen, werden eingegangen Spenden an maritime Hilfsorganisationen weitergeleitet.
Kontaktadresse zur Zeit: G. Cordier c/o Marina Port Morgan, B.P. 118 – Les Cayes Haiti Fax: 509 2861603 e-mail: portmorgan@globelsud.net
Der Zwischenfall reduziert Haitis Küste für Fahrtensegler auf einen einzigen Punkt: Die Captain Morgan Marina auf der Ile á Vache: Sicher und komfortabel auf der kleinen Trauminsel. Trotz Albtraumnachbarschaft.
Soweit der Artikel, hoffentlich wird er gedruckt. Eine ganz ruhige Nachtfahrt gibt es noch zu berichten, schön…

21.03.2000

Dienstag, 21. März 2000

Dienstag, 21.03.00 – Halber Wind, vier Bft, knapp zwei Meter Seegang in der Windward Passage, Sonnenschein, Traumsegeln. Auch alleine.

22.03.2000

Mittwoch, 22. März 2000

Mittwoch, 22.03.00 – Kuba, genauer: Santiago de Cuba.
Tolle Hafeneinfahrt am Morgen, mit einer Festung auf der Ostseite des Fjordes, gleich zu Anfang der großen Hafenbucht ein malerisches Dorf auf der Westseite, gegenüber der kleine Yachthafen von Punta Gorda.
Aber da dürfen wir noch nicht rein, weil erst der Arzt den Gesundheitszustand des Skippers und die Ungezieferfreiheit meiner Wenigkeit überprüfen muss.
Dazu kommen ein Doktor, eine Krankenschwester und ein Taschenlampenhalter an Bord. Eine Stunde, drei Orangensäfte und sieben Formulare später ist alles in Ordnung, wir dürfen anlegen.
Jetzt kommen die Einwanderungsbehörden und der Hafenmeister, nochmal sechs Leute, aber zwei Stunden, eine Flasche Cola und weitere ca. 12 Formulare später ist auch wieder alles in Ordnung.
Jetzt kommt der Tierarzt, aber verderbliche Lebensmittel, Eier etc. hat der Skipper sowieso noch schnell alle vorher gemampft, das war angesichts des Behördenmarathons ein weiser Entschluss. Nur 30 min, drei Formulare und nur ein Gläßchen Rum-Cola später ist alles in Ordnung.
Jetzt kommen die Einwanderungsbehörden und kontrollieren, ob die Einwanderungsbehörden alles richtig gemacht haben. Das geht aber schnell, sind auch nur vier Leute. Trotzdem gehen uns die Becher und Gläser aus, also wird aus Tassen Cola und Saft getrunken.
Jetzt kommt der Zoll und durchsucht mich.
Sieben Personen und zwei Drogenspürhunde (Cockerspaniel, frisch gebürstet!). Leider ist ein Einhandsegler nach zwei Nachtfahrten etwas mit Schatten unter den Augen versehen und sowieso suspekt.
Außerdem hat einer der Hunde (Cockerspaniel……) Durst und schlägt beim Wassertank an. (Bitte nicht aufschrauben müssen, bitte nicht den Stb-einlaminierten Wassertank mit seinen 60 Schrauben aufschrauben müssen! Bitte nicht diesen mangels dann neuer und sicherlich hier unerhältlicher, aber nötiger Dichtungen und deshalb garantiert nicht wieder dicht zu kriegenden Wassertank aufschrauben müssen!!!)
Aber der andere Cocker hat keinen Durst, also schlägt er auch nicht an, also lassen sie es. Der Vize-Durchsucher findet den Taschenaschenbecher, der Cheflaborant baut also sein Labor auf und analysiert die Aschenreste.
Nix drin – logisch! Und den Müll aus der Taschen der Ölzeugjacke hätte Wolfgang ja auch vorher noch wegschmeißen können. Zum Ausgleich finden die Jungs diverse verschollene Kugelschreiber, ein paar Münzen, hinter die Verkleidung gerutschte, längst vergessene Fotos etc.
Das dauert den Rest des Tages, nimmt den Rest der Getränke in Anspruch, die letzten frischen Tassen müssen sich die Zöllner eben teilen. Die Anzahl der Formulare ist dem kurz vor der Ohnmacht stehenden Skipper entgangen.
Irgendwann im Dunkeln haben sie dann alles wieder ordentlich zusammengebaut, sie verabschieden sich höflich und korrekt, der Skipper darf an Land. Da schafft er noch zwei Bier, dann schleppt er sich in die Koje und träumt von Stempeln, die ihn mit hähmischem Grinsen bedrohen…

23.03.2000

Donnerstag, 23. März 2000

Donnerstag, 23.03.00 – Da haben sie aber aufgepasst! Kaum steckt Wolfgang seine Nase in die frische Luft, da kommt der Zoll nochmal. Nur sechs Leute, aber mit zwei anderen Spürhunden (ein Rottweiler, nochmal ein Cocker). Als erstes gucken sie mal, ob an dem Tank zwischenzeitlich manipuliert wurde. Wurde aber nicht, Wolfgang ist ja auch kein Schlafwandler! Schnüffelschnüffelschnüffel – nix. Ende der Durchsuchung. Wolfgang trifft im Bus nach Santiago zwei Deutsche, die schon eine Weile da sind, schlendert mit ihnen durch die Stadt, geht zum Barbier und genießt Kuba. Endlich!

24.03.2000

Freitag, 24. März 2000

Freitag, 24.03.00 – Heute machen wir mal einen auf ganz ruhig… Leute im Hafen kennenlernen… schreiben… Deck von Flugasche und Schwefelresten befreien… Gläser und Tassen spülen….

25.03.2000

Samstag, 25. März 2000

Samstag, 25.03.00 – Leider hat der Bus zum Markt Verspätung, aber als ein anderer Buserwarter einfach auf einen vorbeifahrenden Geländewagen springt, springt Wolfgang ebenso einfach hinterher. Das führt zur Bekanntschaft mit einem Mitglied der Küstenwache, der ebenfalls auf der Ladefläche hockt.
Das Mitnehmen von Touristen kann für unlizensierte Fahrer ein Vermögen und Kopf und Kragen kosten, aber irgendwie stört das niemanden. Wolfgang zieht sich halt den Sonnenhut ein bisschen tiefer über seinen Rotschopf…
Auf dem Markt hilft der Küstenwächter dann beim Bezahlen, logischerweise kostete der ganze Gemüseeinkauf dann auch nur ein paar Pfennige. Lediglich Getränke und Importwaren müssen in Dollar bezahlt werden, das gleicht dann leider wieder einiges aus.
Zurück im Yachthafen gibt es eine Überraschung. Eine Reisegruppe aus Frankreich wird gerade mit Brathuhn und kubanischer Livemusik abgefüttert. Und als das ganze Rudel dann abzieht, bleibt die Band noch da!
Party!
Den ganzen Nachmittag lang. Der Chefveterinär schwoft mit der Spanierin vom Nachbarboot, ihr Ehemann schmettert Flamenco-Lieder über die Bucht, Wolfgang wird genötigt, was deutsches auf der Gitarre zum Besten zu geben, was zu „Über den Wolken“ (Reinhard Mey) im Sambarhythmus führt, weil die Band spontan die Begleitung spielt. Wenn nur der Trompeter nicht immer zum Angeln abhauen würde…
Kontaktadresse. Sr. Bobby Vincent, Grupo Show „La Fe“, Fax 53-226-8613, Santiago de Cuba; und die Jungs sind wirklich gut!
Samstags ist üblicherweise Crewwechsel. Zu wechseln gibt es ja nichts, aber Crew kommt trotzdem: Christian sagt seinen RNA-Molekülen im schottischen Universitätslabor für 14 Tage „Lebewohl“ und hilft Wolfgang aus der Einsamkeit.
Prima!

26.03.2000

Sonntag, 26. März 2000

Sonntag, 26.03.00 – Stadtbummel. Wir verweisen auf die handelsüblichen Reiseführer, was die Fakten angeht. Und was den persönlichen Eindruck angeht?! Entspannt. Überall Musik. Wenig Autoverkehr. Viel Spass in guten Kneipen! Und offene, freundliche Menschen, das ist das Beste! (Zum Vergleich: In Santo Domingo / Dominikanische Republik gibt es in der ganzen Stadt kein unvergittertes Fenster, keine unvergitterte Tür, auch nicht an Privatwohnungen. Hier dagegen steht alles offen!)

27.03.2000

Montag, 27. März 2000

Montag, 27.03.00 – Der Cafeteria-Chef sollte das Brot bringen. Tut er aber nicht, er erscheint nämlich erst gar nicht. Da wird Christian aus den Eiern, die ihm eine Frau an der Straße nach Santiago schenkt, Pfannekuchen backen müssen. Der Ablegetermin wird aber trotzdem eingehalten, die Zöllner, Hafenmeister, Einwanderungsbehördler etc. kommen an Bord, untersuchen mich nochmal auf blinde Passagiere, dann legen wir ab.
Leichte Brise, wenig Seegang, eine wunderbare Nacht, und schon ist

28.03.2000

Dienstag, 28. März 2000

Dienstag, 28.03.00 – Pfannekuchen zum Frühstück, was sonst? Am Nachmittag beißen gleichzeitig zwei exakt gleiche Makrelen: klonen die Kubaner Fische?
Am Abend (und 120 Meilen westlich von Santiago) fällt der Anker in Las Colorados Beach, kurz hinter dem Cabo Cruz, am Eingang zum Golfo de Guancayaba. Fidel und Ché waren auch schon hier, aber auch sonst ist es eine schöne Bucht….

29.03.2000

Mittwoch, 29. März 2000

Mittwoch, 29.03.00 – Dreißig Meilen nach Nordwesten, und dann bitte eine Insel aussuchen. Es stehen ein paar hundert zur Verfügung, Wolfgang und Christian nehmen Cayo Ceiba, weil es gerade da ist, als es Abendbrotzeit wird.
Es hätte aber auch Cayo Blanco, Cayo Sardina, Cayo Carpacho, Cayo Cupey oder eins von ca. zwanzig unbenannten Inselchen sein können, die alleine im Umkreis von fünf Meilen liegen!

30.03.2000

Donnerstag, 30. März 2000

Donnerstag, 30.03.00 – Eine große Meeresschildkröte Typ „Leatherneck“ verabschiedet uns beim Ableger, und eine Monstermakrele an der Angel begrüßt uns kurz vor dem Anleger am Cayo Guincho. Hier ist nicht nur niemand sonst, es sieht auch nicht so aus, als sei hier überhaupt jemals schon jemand gewesen.
Hier bleiben wir.

31.03.2000

Freitag, 31. März 2000

Freitag, 31.03.00 – Ein kleiner, blendend weißer Sandstrand zwischen den Mangroven, ein schützendes Außenriff, Pelikane und Adler über uns, keine Anzeichen von Zivilisation: keine Geräusche außer dem Wind, kein Geruch außer dem Tang, kein Müll, kein Strandgut (außer einem kleinen Stück Netz beim Inselrundgang) und unter Wasser DAS Aquarium.
Gegessen wird abends, was hier so auf dem Meeresboden rumliegt: Langusten und Schloßmuscheln. Wobei die Langusten natürlich nicht rumliegen, sondern erst gefangen werden müssen, weshalb es jetzt an Bord einen neu gebastelten Ausrüstungsgegenstand gibt. Den Langustenfangstock!

01.04.2000

Samstag, 01. April 2000

Samstag, 01.04.00 – Müssen wir? Wir müssen. Weiter. Kurs West, wie immer…
Zwei Tage lang, zuerst durch das Insel- und Riff-Wirr-Warr im Golfo de Ana Maria (hier müssen, müssen, müssen wir noch mal hin!!!!), dann den ganzen…

02.04.2000

Sonntag, 02. April 2000

Sonntag, 02.04.00 – Müssen wir? Wir müssen. Weiter. Kurs West, wie immer…
Zwei Tage lang, zuerst durch das Insel- und Riff-Wirr-Warr im Golfo de Ana Maria (hier müssen, müssen, müssen wir noch mal hin!!!!), dann den ganzen…

03.04.2000

Montag, 03. April 2000

03.04.2000

Montag, 03.04.00 – …fällt erst wieder der Anker in der Rosario-Passage (Zwei andere Yachten ankern in Sichtweite, also ca. zwei Meilen weit weg. Muss die Bucht jetzt wegen Überfüllung geschlossen werden?!)
250 Meilen sind wir durchgesegelt, wo man alle 2.5 Meilen hätte anhalten und bleiben sollen…
Ein paar Fischer kommen längsseits und trösten den Skipper und die Crew mit vier Langusten (Weniger ging nicht, Kostenpunkt 20,-DM, das entspricht zwei Laib Brot in der südlichen Karibik!!!).

04.04.2000

Dienstag, 04. April 2000

Dienstag, 04.04.00 – Die letzten 50 Meilen müssen wir doch tatsächlich motoren.
Flaute. Schade.
Und blöd, weil wir dadurch leider erst um 18.20 h in Nueva Gerona ankommen, der Hafen aber schon um 18.00 h geschlossen wird. So was gibt es!
Wusste Wolfgang vorher auch nicht, aber alles Palavern hilft nichts, wir dürfen nicht rein, sondern müssen draußen ankern. Prompt brist es nachts aus Nord auf, prompt liegen wir in einer gefährlichen Legerwallsituation, prompt müssen wir um Mitternacht bei auflandigem Starkwind einen Nothafen anlaufen, nämlich Nueva Gerona…

05.04.2000

Mittwoch, 05. April 2000

Mittwoch, 05.04.00 – Die letzten 50 Meilen müssen wir doch tatsächlich motoren.
Flaute. Schade.
Und blöd, weil wir dadurch leider erst um 18.20 h in Nueva Gerona ankommen, der Hafen aber schon um 18.00 h geschlossen wird. So was gibt es!
Wusste Wolfgang vorher auch nicht, aber alles Palavern hilft nichts, wir dürfen nicht rein, sondern müssen draußen ankern. Prompt brist es nachts aus Nord auf, prompt liegen wir in einer gefährlichen Legerwallsituation, prompt müssen wir um Mitternacht bei auflandigem Starkwind einen Nothafen anlaufen, nämlich Nueva Gerona…

08.04.2000

Samstag, 08. April 2000

Samstag, 08.04.00 – Christian fliegt wieder nach Schottland, und Wolfgang fliegt wieder Doppeldecker.
Schließlich hat er versprochen, die neue Crew am Flughafen abzuholen, die landet nämlich zwei Stunden nach ihm in Nueva Gerona.
Uschi (Skippers Mama), Heide Huber und Bernd Strasser aus München, Rahel Bächtold aus Zürich und Wolfgang Gutt (segelt seinen x-ten Törn mit den Webers, zuletzt Malta – Mallorca) aus Menden kommen pünktlich an, werden im Hafen relativ unkompliziert in die Crewliste eingetragen und fallen dann ziemlich schnell in die Kojen, sechs Stunden Jet-lag sind ja auch nicht zu verachten.