Donnerstag, 21.04.05 – Es strömt schon wieder in Gießen
der nächste Kaltfrontdurchgang mit Blitz und Donner, in den Lücken zwischen den Schauern schafft es mein Skipper aber wenigstens, die bestellten und frisch gefüllten Gasflaschen und den Sack Wäsche abzuholen, bis, als es dann endlich gar nichts mehr zu tun gibt, passend der Himmel aufreißt und wir die Marina doch noch
verlassen! An der Altstadt von Kerkyra entlang nach Süden, dann in Richtung Festland und dort in den wunderbar geschützten Naturhafen Khersonisos Ligaria. Am Eingang zu dieser schönen Bucht liegt eine Fischzucht, aber ein paar hundert Meter weiter öffnet sich ein unbewohnter Seitenarm, in dem nur Vogelgezwitscher die Stille unterbricht. Die Jungs pumpen Higgins, mein Beiboot auf und versuchen, bei der Fischzucht ein paar Brassen zu erwerben, aber der Fischer zeigt mit den Fingern „mikro!”, die Fische sind noch zu klein. Rechts und links vom Weg blühen der Ginster, Silberdisteln, Feldblumen aller Art – und so bekommen die Mädels hier an Bord nicht etwa Arbeit für die Pantry (also Fische), sondern einen schönen, bunten Blumenstrauß vom Landausflug mitgebracht. Riecht ja auch viel besser!

Samstag, 23.04.05 – „Der Tag war perfekt” steht als Schlusssatz im Logbuch. Stimmt. Morgens unter Delfinbegleitung und unter Gennaker kniffelig im Slalom durch die schöne Inselwelt des Ionischen Meeres, dann mit zunehmendem Wind unter Passatbesegelung durch den Golf von Patras und unter der neuen, eleganten Hängebrücke hindurch (Fotoalarm
), dann 10,0 Knoten auf der Logge (Olga grüßt Richard schön, der den Rekord bis hierher hielt!), und dann noch ein wunderbarer Vollmond-Abend (samt Dusche im Gästezimmer) mit Alison, der Wirtin von „Lizzies Yachtclub” auf der Mini-Insel Trizonia. Manche Tage sind zu schön, um sie groß zu beschreiben.
Sonntag, 24.04.05 – Ausnahmsweise legen wir erst eine Stunde nach Sonnenaufgang ab! Bis zum Kanal von Korinth sind es nur 50 Meilen, leider brist es nicht so schön wie in den letzten Tagen auf, aber dafür entschädigt der Kanal reichlich für die Flaute: Nach einer kurzen Pause beim Kanalwärterhäuschen öffnet sich die kleine Drehbrücke an der westlichen Zufahrt zu dieser gewaltigen, menschgemachten Schlucht, 80 Meter hoch steigen die Felswände senkrecht auf! Fotoalarm, wie üblich
Die Nachmittagssonne scheint an einigen Stellen bis auf den Grund der Klamm, und an der kleinen, italienischen Yacht vor uns kann man die Größenverhältnisse ganz gut abschätzen. Vier Brücken überspannen den Kanal, eine ist für Fußgänger reserviert, und weil da oben lauter Touristen fröhlich winken, tutet Wolfgang auf der Muschel, was schön schaurig von den Wänden widerhallt! Um 17.40 h stecke ich meinen Bug in die Ägäis, hier hat sich eine schöne thermische Brise aufgebaut, mit der wir noch zwölf Meilen bis in die geschützte Ankerbucht Phrango Limano segeln.