Von Korfu nach Athen 2012

Samstag, 26.05.12

Montag, 11. Juni 2012

Samstag, 26.05.12 Der Crewwechsel läuft wie immer ab: Kleine Putzaktion, damit ich für die nächste Crew wieder sauber bin, ein letzter gemeinsamer Kaffee und dann schon Abschied- hoffentlich nur bis nächstes Jahr, war schön mit Dir, Karin!
Die neue Crew kommt wenig später vom Flughafen, herzlich Willkommen an Bord für Ute Meier und Axel Fischer. Die beiden waren zuletzt in Grenada an Bord, Axel den ganzen Weg von Brasilien her, Ute nur zum Schnuppern für einen Tag. Na, das hat ja mal prima geklappt, das mit dem Schnuppern!

Sonntag, 27.05.12

Montag, 11. Juni 2012

Sonntag, 27.05.12 Der Törnbeginn erinnert meinen Skipper an einen Crewwechsel hier anno 2005, als ein Teil der Mannschaft in der Marinatoilette eingeweht war… ganz so schlimm ist es heute nicht, zumal Ute, Axel und Wolfgang „nur“ im Café einwehen, aber an Ablegen ist bei solch einem Gewitter auch nicht zu denken. Am Nachmittag klart es auf, und für ein paar Meilen bis in die perfekt geschützte Pagania Bucht hinüber reicht es noch. Hinter den Fischzuchten ist Albanien – und daneben noch ein einsamer Ankerplatz für mich.

Montag, 28.05.12

Montag, 11. Juni 2012

Montag, 28.05.12 Raus aus der Bucht, Groß und Fock hoch, Delfinbesuch – ein schöner Start in den Tag. Wird aber noch schöner, als mein Gelber Sack gesetzt wird, unter Genacker wirke ich ja bekannterweise majestätisch. Schon wegen der Krone in der Warsteiner-Reklame…
Nachmittags brist es soweit auf, dass wieder auf Normalbesegelung umgebaut wird, nach 32 Meilen fällt dann der Anker an der Südspitze von Paxos. Kleine Kneipe am Ufer, schöne Ausblicke beim Spaziergang, nur leider eher mäßiges fast food, da fehlt die griechische Mama in der Küche. Zum Trost kommt ein Engländer an den Tisch und macht meiner Mannschaft Komplimente: „You ave got a really beautiful boat!“ Danke!

Dienstag, 29.05.12

Montag, 11. Juni 2012

Dienstag, 29.05.12 Wenn man den gewustt hätte, dass der nun schön beständig wehende Nordwest nicht am Nachmittag aufbrist, sondern schön stetig mit drei Beaufort bläst, dann hätte man auch die ganze Zeit mit Gennacker segeln können. So halt nur die zweite Hälfte. Ein paar Zitronenfalter verlieben sich in das gelbe Tuch und umschwirren mich stundenlang, haltet durch bis Levkas! Da wird um 17.00 h für mich und ein paar andere Yachten die Schwenkfähre zur Seite gehievt und ich kann in den Kanal zu den Ionischen Inseln einbiegen. Die Marina lassen wir an Steuerbord liegen und suchen den nächsten einsamen Ankerplatz. Der findet sich unterhalb eines alten Kastells, schönen Dank übrigens an Ulli in Warstein für den neuen Kettenauswerfer, funktioniert prima!

Mittwoch, 30.05.12

Montag, 11. Juni 2012

Mittwoch, 30.05.12 Heute entscheidet Wolfgang gleich auf Gennacker – und die Schmetterlinge freuen sich! Das klappt ja mal super mit dem Wetter. Mittags brist es dann thermikverstärkt auf, die letzten Meilen bis in die Bucht reicht sogar die Fock alleine. Ute trägt um 17.48 h ins Logbuch ein: „Fock runter, Motor an, Anker, Motor aus in Traumbucht ;-)“ Wo die ist – da müsst ihr Ute fragen…

Donnerstag, 31.05.12

Montag, 11. Juni 2012

Donnerstag, 31.05.12 Es geht einmal um die Ecke, nämlich in den Golf von Korinth hinein. Und nach den gut 30 Meilen, die wir am Tag so vorwärtsbummeln, liegt Messalonghi querab. Der Hafen ist nur über einen 2,5 Meilen langen Stichkanal erreichbar und ersteinmal nicht superschön. Aber ein paar Meter in die Altstadt hinein, da findet pralles griechisches Leben in den Gassen statt. Eine Kneipe hat den Logenplatz mit Blick auf vier Gassen gleichzeitig noch frei, der wird gebucht. Einen Laden mit Obst und Gemüse gibt es auch, frisches Brot und drei Ouzo spendiert der Kneipenwirt, ein freundlicher, schöner Platz.

Freitag, 01.06.12

Montag, 11. Juni 2012

Freitag, 01.06.12 Eine große Meeresschildkröte verabschiedet uns beim Ankeraufholen, daher also der ganze Schlick am Anker… Das Tageshighlight ist heute die Durchfahrt unter der Rio Antiprio Brücke hindurch, schon ein Meisterwerk von Sir Norman Foster. In der Düse tiefer in den Golf hinein bläst es ordentlich, meine Logge zeigt über acht Knoten Fahrt, ich sprinte nach Trizonia. In dem kleinen Yachthafen wollte Wolfgang ja eigentlich das Geheimnis von „Mama Mia“ lüften, aber die Hauptakteurinnen betreiben den kleinen Yachtclub nicht mehr. So bleibt es eben ein Geheimnis. Der Ort selber ist eine einzige Kitschpostkarte: Kleine Tavernen am kleinen Hafen mit kleinen Booten.

Samstag, 02.06.12

Montag, 11. Juni 2012

Samstag, 02.06.12 Ein Pfau weckt die Mannschaft, und das ist ganz gut so. Immerhin kommen wir so ausnahmsweise vor elf aus dem Hafen. Nach 20 Meilen unter Motor (leider totale Flaute heute) liege ich schon wieder fest, nämlich in Itea. Von hier aus kann man das Orakel in Delfi besichtigen, allerdings orakelt man allerorten über die Öffnungszeiten. Macht nicht, der Bus in die Berge fährt pünktlich und dann abenteuerlich und hält dann am Anfang der Tourimeile von Delfi. Augen zu und durch, nach zwei Kilometern ist man am Orakel. Es hat von 08.00 h bis 15.00 h geöffnet. Also schon zu. Das ist die bescheuertste Öffnungszeit für ein Weltkulturerbe, die meinem Skipper je begegnet ist. Macht aber nichts, denn der Ausgang zum Athena-Tempel ist offen – und den haben meine drei Ausflügler so ganz für sich alleine. Und das wiederum ist dann schon richtig klasse, also doch ein toller Ausflug…

Sonntag, 03.06.12

Montag, 11. Juni 2012

Sonntag, 03.06.12 Hier jagt ein Höhepunkt den anderen: Um 14.00 h stehe ich vor dem Kanal von Korinth, der Versenkbrückenwärter ruft nur „schneller, schneller!“ und schon bin ich drin – in der abenteuerlichsten menschgemachten Schlucht der Welt. Unbeschreiblich, wenn man nicht selber durchgefahren ist. Kostet mal eben 160,- Euro, zu bezahlen am anderen Ende, aber das ist der Spaß schon wert. Und die Abkürzung natürlich auch. Weil das alles ohne Wartezeiten geklappt hat, segeln wir noch gemütlich bis in die Linari Bucht auf der Nordseite der Peleponnes, da sind nur ein paar Tagestouristen am Strand. Als der Vollmond über den Hügel kriecht, sind wir schon wieder fast alleine und genießen, Sundowner , leckere Gemüsesuppe und die ruhige Nacht.

Montag, 04.06.12

Montag, 11. Juni 2012

Montag, 04.06.12 Das Gelände der  Seeschlacht von Lepanto haben wir ja schon hinter uns, die war nämlich bei Patras. Heute ankern wir nach 15 gemütlich verbummelten Meilen in einer Bucht kurz vor Salamis. Europa sähe heute anders aus, wenn eine der beiden Schlachten anders ausgegangen wäre… Am Ufer sitzen ein paar Tagesausflügler aus Athen im Fischlokal unter den Tamarisken, Ute und Axel genießen den besten Fisch der Reise.

Dienstag, 05.06.12

Montag, 11. Juni 2012

Dienstag, 05.06.12 Kaum lugt man um die Ecke, da liegt der Moloch Athen vor meinem Bug. Ute will da überhaupt nicht hin. Aber wir müssen ja, die Flieger warten morgen früh nicht. In der Athens Marina direkt neben der S.E.F.-Sporthalle werde ich freudig begrüßt, der neue, kleine Hafen ist immer noch ein Geheimtipp. Die Damen an der Rezeption versorgen meine Crew mit allen Infos über das Nahverkehrssystem, die Haltestelle Neo Faliro für die U-Bahn liegt direkt gegenüber. Und am Nachmittag ist meine Mannschaft dann schon auf der Akropolis. Da ist aus irgendwelchen Gründen heute der Eintritt frei, weshalb es erstaunlich leer auf dem ehrwürdigen Felsen ist. Was umsonst ist, kann ja nicht gut sein. Eine gute Taverne mit Blick auf das Parthenon findet sich am Abend auch noch, so findet ein geschichtsträchtiger Törn einen tollen Abschluss. Ruinen bauen können sie schon richtig gut, die Griechen…

Mittwoch, 06.06.12

Montag, 11. Juni 2012

Mittwoch, 06.06.12 Ausnahmsweise stehen die letzten Stunden an Bord nicht im Zeichen des Putzeimers, sondern im Zeichen der Venus. Die wandert heute vor der Sonne her und ist mit dem Sextanten natürlich wunderbar zu beobachten. Ein winziges Staubkorn vor dem gewaltigen Stern. Und die Erde ist auch nur so ein Staubkorn, da wird man schon bescheiden. Am Abend bin ich ganz alleine, denn nicht nur Axel und Ute, sondern auch Wolfgang fliegen nach Deutschland. Kommt alle drei bald wieder, Wolfgang ja wohl hoffentlich am kommenden Dienstag!

Dienstag, 12.06.12

Dienstag, 19. Juni 2012

Dienstag, 12.06.12 Da ist er wieder, mein Skipper! Und nun ist er auch noch offiziell Bremer Neubürger, vielleicht komme ich ja doch noch irgendwann mal selbst in meinen Heimathafen Cuxhaven. Ist ja nur um die Ecke von der neuen Wohnung. Vielen Dank an Christian für den Umzug, du bist reif für die Galateia-Helden-Medaille…