Von Kusadasi nach Kusadasi– Mitte August 2015

Sonntag, 09.08.15

Montag, 31. August 2015
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Sonntag, 09.08.15 Herzlich Willkommen an Bord für Nils (10 Jahre), Paul (13, fast 14 Jahre), Sabine und Rainer (Alter bei beiden bekannt, jünger aussehend!). Rainer ist schon anno 1999 mit mir in der Biskaya unterwegs gewesen, seine Familie bringt er zum ersten Mal mit an Bord. Natürlich wollen die Jungs am liebsten sofort ablegen, aber vorher muss nunmal Schiffs- und Sicherheitseinweisung sein. Rainer übernimmt beim Ableger die Muringleine, Sabine und Nils bedienen die Achterleinen, Paul steuert. Wolfgang ist also schon am ersten Tag eher überflüssig. Aber er passt ein bisschen auf, dass alles klappt, ist ja auch wichtig. Draußen werden wie immer gleich die Segel gesetzt, danach übernimmt Nils das Ruder von seinem Bruder und ich gleite bei freundlichen drei bis vier Windstärken bis nach Samos hinunter. Posidonio ist ja immer ein toller erster Stopp, und weil Paul ja in der Marina ablegen durfte, darf Nils jetzt als erster das Beiboot steuern. Klappt super, inklusive kompletter Motorvorbereitung, war ja klar. Im Kneipen-Aquarium schwimmt neben ein bisschen Kleinkram und einem Oktopus ein riesiger Grouper, leider zu groß für meine Crew. Also doch lieber gemischte Vorspeisen, Giovetsi und Stifado.

Montag, 10.08.15

Montag, 31. August 2015

Montag, 10.08.15  Nach dem Morgenschwimmen und dem Anstandskaffee bei Tamara an der Bar gleite ich unter  Fock aus der Bucht. Eben durch die Straße von Samos, dann Kurs Süd nach Agathonisi. Der Meltemi brist ein bisschen auf, und Sabine und Nils teilen sich den heutigen Geschwindigkeitsrekord mit jeweils 9,03 Knoten. Die Bucht an der Südseite der Insel teilen wir uns mit drei anderen Yachten, das gilt mitten in der Hochsaison aber immer noch als einsam genug zum Sternegucken und Sternschnuppen bewundern. Die Perseiden legen ja so langsam los, hier bleiben keine Wünsche offen!

Dienstag, 11.08.15

Montag, 31. August 2015
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Dienstag, 11.08.15 Rainer und die Jungs fahren mit dem Beiboot ans Ufer und sammeln ein paar Schwimmwesten ein, davon gibt es hier hunderte. Jeden Tag und jede Nacht landen Flüchtlingsboote irgendwo an, die Westen werden dann ja nicht mehr gebraucht und liegen rum. Sabine legt sich derweil mit einem Buch in die Hängematte auf dem Vorschiff, Karibik-Feeling.
Nachmittags segeln wir rüber nach Arki, Paul spielt Haiköder und hängt sich während der Fahrt an die Badeleiter. Beißt aber keiner an…
Bei Isidoros in der Bucht ist wie immer reichlich Platz für mich, und die gemütlichste aller Fischerkneipen kann man hier ja sowieso nur unzulänglich beschreiben. Einfach, aber einfach toll.
Beim Zurückrudern leuchtet Plankton an den Paddeln, und deshalb geht Rainer nochmal schwimmen und spielt Unterwasserengel. Das sieht schon unglaublich aus, wenn ein Unterwassersternbild um mich herum schwimmt!

Mittwoch, 12.08.15

Montag, 31. August 2015
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Mittwoch, 12.08.15 Ab und zu werden die Beine hier nicht nur zum Schwimmen genutzt, meine Mannschaft spaziert rüber nach Port Augusta, das Dorf der Insel. Zwei Kneipen, ein Café, ein paar Yachten am Kai, griechische Postkartenidylle. Nachmittags segeln wir aber trotzdem noch, und zwar wieder nach Agathonisi, aber dieses mal in die Hafenbucht mit der Ortschaft. Kaum ist mein Anker unten, kommt die Fähre rein, weshalb ich kurzfristig eine Achterleine zum Land brauche, damit der Pott ankern kann. Kaum ist die Fähre weg, kann auch die Leine wieder weg. Später an Land bekommen Paul und Nils dann jeweils eine Handangel aus dem Minimarkt – und tatsächlich angelt erst Paul einen kleinen Wolfsbarsch und Nils später von meinem Heckkorb aus noch eine kleine Brasse. Das gibt mal wieder Biologieunterricht vom Skipper, denn Ausnehmen und Entschuppen müssen die Jungs die Fische schon selber. Morgen kommen sie in die Pfanne, heute gibt es ja Zicklein in Zitronensauce etc. bei Georgios und seine Sabine in der Taverne.

Donnerstag, 13.08.15

Montag, 31. August 2015
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Donnerstag, 13.08.15 Heute sorgt das Versorgungsschiff dafür, dass ich eben Platz zum Ankern machen muss… in Agathonisi ist immer irgendwas…. Da wird es jedenfalls nicht langweilig. Frisches Brot gibt es beim Bäcker, später noch einen Kaffee am Strand, und dann sind wir wieder unterwegs. Das wird heute der längste Schlag, Zeit zum Knoten üben oder lesen. Mit dem Aufkreuzen in der Samos-Straße kommen 33 Meilen zusammen, bis wir an der Ostseite von Samos hinter dem Inselchen Kasonisi ankern. Hier sind wir wirklich ganz alleine, was auch gut ist, weil wir so niemandem etwas von dem leckeren Fisch abgeben müssen, Nils angelt ja noch einen dazu! Und weil so niemand die Flüche hören kann, die später beim UNO-Spielen ausgestoßen werden. 

Freitag, 14.08.15

Montag, 31. August 2015
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Freitag, 14.08.15 Der Tag beginnt mit der Ankunft eines Flüchtlingsschlauchbootes. Wir haben nichts damit zu tun, von der Feriensiedlung um die Ecke kommt ein Fischerboot und lotst das Schlauchboot auf einen Strand nebenan. Danach ist wieder Einsamkeit um mich herum, Nils und Rainer machen eine ausgiebige Schnorcheltour, Paul und Sabine entspannen an Bord. Irgendwann am Nachmittag wird der Anker dann zum letzten Mal für diesen Törn aus dem Sand gehoben, Kurs 40° nach Kusadasi. Sabine lernt ein bisschen praktische Navigation, weshalb wir sicher die Marina-Einfahrt treffen 😉
Wenn man mit Kindern und Jugendlichen unterwegs ist, darf ein Basarbummel natürlich nicht fehlen! Großes Staunen ob des Gewusels in den Gassen, viel Spaß beim Eisverkäufer – und die Einsicht: einsame Buchten sind doch schöner…

Samstag, 15.08.15

Montag, 31. August 2015

Samstag, 15.08.15 Ein letztes Frühstück im Cockpit, dann wird der Leihwagen für den kleinen angehängten Landurlaub angeliefert. Wolfgang und ich segeln ja immer supergerne mit Familien mit Kindern, und deshalb ist mein Skipper schon ein bisschen traurig, als der weiße Corsa um die Ecke biegt. Das war ganz große Klasse mit euch, hoffentlich klappt das nächstes Jahr oder so nochmal!
Ein paar Stunden später ist die Freude dann aber groß, als Christian, Dagmar und Markus von Hakan an meiner Gangway abgeliefert werden. Ein Privat-Törn sozusagen… auch mal schön!